Schwimmen:"Das ist der beste Moment, um Schluss zu machen"

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Geschenkt wurde ihm ja nicht wirklich etwas in seiner Karriere, er übernahm auf Rang zwei liegend hinter Großbritannien. Und auch nach seinen ersten 50 Metern führten noch die Briten, doch dann kam der typische Phelps: Am Ende schlug er als Erster an, Schlussschwimmer Nathan Adrian brachte die nächste Goldmedaille für die USA ins Ziel, Silber ging an die Briten, auf Rang drei landete Australien. Es war die 1000. Goldmedaille für die USA bei Sommerspielen. Als hätte Phelps eigener Rekord nicht gereicht. Er hat nun, mit 31 Jahren ja nochmal fünf Stück geholt, dazu eine silberne. Erfolgreicher war von den US-Schwimmern niemand.

"Das hat alles begonnen mit einem Kind, das einen Traum hatte und gerne geschwommen ist", resümierte Phelps nun, " und jetzt endet es ziemlich cool. Das ist der beste Moment, um Schluss zu machen." Diese Zeit in Rio hat er noch einmal vollkommen ausgekostet. Phelps ist nun Vater, sein Sohn Boomer ist gerade drei Monate alt. "Ich freue mich, das jetzt mit meinem Sohn teilen zu dürfen", sagte er und kündigte an: "he will be dressed impressive". Und so kam es dann auch, bei seinen Siegerrunden durch das Aquatics Stadion ging er immer zu seiner kleinen Familie, die Bilder von dem Säugling mit Glitzerkopfhörern in USA-Farben nahm das Fernsehen gerne auf. "Eines Tages bekommt er meine Medaillen", sagte Phelps.

Sein grimmiger Gesichtsausdruck, mit dem er vor dem Halbfinale über 200 Meter Schmetterling im Aufwärmraum saß, während Chad le Clos eifrig rumhopste, ist ein Bild dieser Spiele gewesen. Weitere: Wie er Ryan Lochte über 200 Meter Lagen wieder düpierte. Wie er über 100 Meter Schmetterling von einem für Singapur startenden Athleten geschlagen wurde, der ihn 2008 in einem Trainingscamp noch um ein Foto gebeten hatte. Michael Phelps, wie er dominiert, Michael Phelps, wie er unendlich erschöpft aus dem Becken steigt. Michael Phelps, der Vater und Freund. Diese Spiele waren tatsächlich anders als alle anderen davor.

In einer Therapie arbeitete er seine Probleme ab

"Die Welt konnte nun sehen, wer ich bin", sagte Phelps, er wirkte zufrieden. Nach seinem ersten Rücktritt 2012 in London war er ins Straucheln geraten, er trank zu viel und fuhr dabei auch noch Auto. In einer Therapie arbeitete er seine Probleme auf, auch mit seinem Vater. Sie haben auch heute noch eine schwierige Beziehung, die Trennung seiner Eltern prägte Phelps, als er ein Kind war. "Alles im Leben passiert aus einem bestimmten Grund", sagte Phelps nun. "Ich würde nichts ändern, was in der Vergangenheit war."

Um 1.40 Uhr Ortszeit endete die Karriere von Michael Phelps. Er lief die Rampe von der Pressekonferenzbühne hinunter, Richtung Ausgang, den Kopf zum Boden gerichtet. "Michael, Michael", rief ihm ein Volunteer noch hinterher. Er hatte sein Smartphone auf dem Podium liegen lassen. Da hing der letzte Satz von seinem Trainer Bob Bowman noch in den Ohren: "Alle zehn Generationen kommt mal einer wie er."

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