Projekt "Schwimmen lernen":Das Unglück der anderen

Lesezeit: 4 min

Projekt "Schwimmen lernen": Ein Schwimmkurs, wie er sein sollte: Jürgen Puls erklärt Kindern im Münchner Umland, worauf sie bei Arm- und Beinschlag zu achten haben.

Ein Schwimmkurs, wie er sein sollte: Jürgen Puls erklärt Kindern im Münchner Umland, worauf sie bei Arm- und Beinschlag zu achten haben.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Schwimmen? Kann doch jeder. Das ist ein fataler Irrglaube, die Statistik zeichnet ein völlig anderes Bild. Über eine Fähigkeit, die einst wie Laufen oder Lesen als Standard galt - und nun zum gesellschaftlichen Sorgenkind geworden ist.

Von Sebastian Winter

Eine Meldung aus dem vergangenen Sommer, 21. Juli: "Ein Schwimmbadbesucher hat in Pullach bei München ein reglos im Becken treibendes Kleinkind vor dem Ertrinken gerettet. Der Badegast bemerkte das 21 Monate alte Mädchen im Freizeitbad und holte das Kind sofort aus dem Becken", teilte die Feuerwehr München mit. Das Kind wurde reanimiert, kam in die Klinik, überlebte. Knapp vier Wochen später, 16. August: "In Weißenburg, Mittelfranken, ist ein vierjähriger Junge im Schwimmbad beinahe ertrunken. Er wurde von zwei Ersthelferinnen bewusstlos aus dem Becken gezogen und erfolgreich reanimiert. Der Bub trug keine Schwimmflügel und konnte nicht schwimmen." Eine dritte Nachricht, Dezember 2021: "In Biberbach in Bayern ist ein Fünfjähriger in einem Hallenbad ertrunken. Zeugen fanden den Jungen leblos im Wasser. Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten."

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Beautiful redhead with dog; single
Liebe und Partnerschaft
»Manche Menschen haben große Angst, allein zu sterben«
Medizin
Wie die Art der Geburt den Immunschutz prägt
SZ-Magazin
Frauen
»Ich finde die Klischees über Feministinnen zum Kotzen«
fremdgehen
Untreue
"Betrogene leiden unter ähnlichen Symptomen wie Traumatisierte"
Herfried Münkler im Interview
"Die fetten Jahre sind vorbei"
Zur SZ-Startseite