Schwimmen: DM in Berlin Ein Rekordschwimmen

Marco Koch und Paul Biedermann verbessern Europarekorde, Britta Steffen strahlt: Viele Bestzeiten lassen deutsche Schwimmer bei der DM in Berlin auf eine Rückkehr in die Weltelite hoffen.

Nach Weltrekorden in den Tagen zuvor durch Britta Steffen und Daniela Samulski boten die Schwimmer bei ihren Deutschen Meisterschaften am Sonntag weitere Bestzeiten. Höhepunkte am letzten Wettkampftag waren die Europarekorde von Paul Biedermann über 200 Meter Freistil und Marco Koch über 200 Meter Brust.

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Biedermann gewann seine Paradestrecke 200 Meter Freistil in 1:44,71 Minuten und verbesserte seine erste vor zwei Wochen aufgestellte kontinentale Bestmarke um 17/100. Der 22-Jährige vom SV Halle/Saale sicherte sich damit seinen dritten Titel in Berlin. Der Europarekordler blieb fast zwei Sekunden unter der Norm für die Weltmeisterschaft Ende Juli in Rom. Biedermann hatte bereits zuvor mit jeweiligem deutschen Rekord die 100 und 400 Meter Freistil gewonnen, dabei aber die strengen WM-Normzeiten knapp verpasst.

Zuvor hatte Marco Koch mit Europarekord das WM-Ticket über 200 Meter Brust gelöst. Der Darmstädter lag in 2:08,33 Minuten 35/100 Sekunden unter der alten Bestmarke des Ungarn Daniel Gyurta vom 12. August 2008. Auch der zweitplatzierte Johannes Neumann aus Riesa blieb in 2:09,87 Minuten deutlich unter dem alten deutschen Rekord von 2:11,97 Minuten des Erlangers Andreas Lösel. Koch hatte tags zuvor als Dritter über 100 Meter Brust die Qualifikation unglücklich verpasst, obwohl er deutlich unter dem deutschen Rekord geblieben war.

Einige Athleten überraschten mit Deutschen Rekorden: Helge Meeuw blieb über 100 Meter Rücken in 53,08 Sekunden zwei Hundertstel unter seiner eigenen Bestmarke. Zuvor war Meeuw schon beim Sieg über die halbe Strecke deutschen Rekord geschwommen. Über 100 Meter Schmetterling qualifizierte sich Benjamin Starke mit deutschem Rekord für die WM in Rom qualifiziert. Der Berliner blieb in 51,47 Sekunden 41/100 unter der alten nationalen Bestmarke des Rostockers Thomas Rupprath vom Mai 2002. Zuletzt verbesserte Annika Mehlhorn aus Baunatal den deutschen Rekord über 100 Meter Schmetterling. Mehlhorn schraubte die Marke von Daniela Samulski um 18 Hundertstel auf 58,45 Sekunden, verpasste damit allerdings die WM-Norm für Rom um 18/100 Sekunden.

Insgesamt gab es 13 deutsche Rekord den 121. Schwimm-Meisterschaften in Berlin.

Unterdessen blieb Britta Steffen in ihrem letzten Rennen über 50 Meter Freistil mit 24,45 Sekunden unter ihren Möglichkeiten. Dennoch strahlte die Berlinerin nach ihren Weltrekorden in den Tagen zuvor: "Man muss Freude im Leben haben an dem, was man tut. Dann kann man gute Leistungen bringen. Das ist das ganze Geheimnis", erklärte die 25-Jährige nach ihrer Fabel-Zeit von 52,56 Sekunden über 100 m Freistil.

Als sie der Weltelite bei den nationalen Meisterschaften noch weiter entrückt war, zeigte sich Deutschlands Sportlerin des Jahres 2008 ganz bodenständig und schrieb fleißig Autogramme. Auch privat ist Steffen im Reinen: Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie sich einen weiteren Lebenstraum erfüllt und ein Grundstück in Grünau erworben.

Sie äußerte sich zudem noch einmal zur Anzug-Debatte in ihrem Sport. Mit ihrem neuen Wettkampfanzug Hydrofoil gelangen die Bestzeiten, dennoch wollte sie ihre außergewöhnliche Leistung über 100 Meter nicht nur mit dem neuen High-Tech-Produkt erklären. "Der Anzug allein macht keinen Rekord. Ich bin genauso gut oder sogar ein bisschen besser als in Peking", sagte Steffen, die sich beim Heimspiel im Europapark an der Landsberger Allee "wie auf einer Woge" fühlte.

Ergebnisse Schwimmen, deutsche Meisterschaft in Berlin Männer: 200 m Freistil: 1. Paul Biedermann (Halle/Saale) 1:44,71 Min. ER; 2. Clemens Rapp (Bad Saulgau) 1:48,36; 3. Steffen Deibler (Hamburg) 1:48,63; 4. Felix Wolf (Potsdam) 1:48,89; 5. Robin Backhaus (Berlin) 1:49,41; 6. Yannick Lebherz (Darmstadt) 1:49,83; 7. Martin Kutscher (Sindelfingen) 1:50,15; 8. Christoph Fildebrandt (Wuppertal) 1:51,33

200 m Brust: 1. Marco Koch (Darmstadt) 2:08,33 Min. ER; 2. Johannes Neumann (Riesa) 2:09,87; 3. Christian vom Lehn (Wuppertal) 2:13,65; 4. Andreas Lösel (Erlangen) 2:14,33; 5. Fabian Ley (Heddesheim) 2:16,79; 6. Armin Greß (Würzburg) 2:18,13; 7. Max Werkmeister (Schwedt) 2:20,21; 8. Stefan Holtz (Magdeburg) 2:25,50

100 m Rücken: 1. Helge Meeuw (Frankfurt/Main) 53,08 Sek. DR; 2. Dominik Keil (Essen) 54,27; 3. Marco di Carli (Frankfurt/Main) 55,14; 4. Jan-Philip Glania (Fulda) 55,28; 5. Steffen Driesen (Wuppertal) 55,40; 6. Alibek Käsler (Würzburg) 56,07; 7. Riccardo Prietzsch (Leipzig) 56,59; 8. Johannes Kelle (Magdeburg) 57,87

100 m Schmetterling: 1. Benjamin Starke (Berlin) 51,47 Sek. DR; 2. Helge Meeuw (Frankfurt/Main) 52,26; 3. Toni Embacher (Halle/Saale) 52,79; 4. Jan Konopka (Essen) 53,91; 5. Jan Hesse (Hannover) 53,99; 6. Alexander Müller (Heidelberg) 54,56; 7. Stefano Razeto (Frankfurt/Main) 54,89; 8. Michael Jornitz (Erfurt) 55,68

Frauen: 50 m Freistil: 1. Britta Steffen (Berlin) 24,45 Sek.; 2. Dorothea Brandt (Berlin) 25,05; 3. Daniela Schreiber (Halle/Saale) 25,34; 4. Petra Dallmann (Heidelberg) 25,61; 5. Silke Lippok (Pforzheim) 25,84; 6. Kerstin Vogel (Köln) 25,85; 7. Franziska Jansen (Brühl) 26,31; 8. Isabelle Tschirch (Berlin) 26,32

200 m Brust: 1. Caroline Ruhnau (Essen) 2:26,14 Min.; 2. Karoline Degenhardt (Würzburg) 2:28,88; 3. Lina Rathsack (Riesa) 2:32,58; 4. Jessica Steiger (Gladbeck) 2:34,12; 5. Maria Spies (Hannover) 2:34,13; 6. Laura Kienitz (Böblingen) 2:34,59; 7. Vanessa Grimberg (Neckar-Enz) 2:35,77; 8. Julia Dammann (Heidelberg) 2:36,22

100 m Rücken: 1. Daniela Samulski (Essen) 1:00,46 Min.; 2. Jenny Mensing (Wiesbaden) 1:02,54; 3. Christin Zenner (Hildesheim) 1:02,84; 4. Xenia Madziarska (Hannover) 1:03,03; 5. Madeleine Kraus (Halle/Saale) 1:03,74; 6. Lisa Graf (Leipzig) 1:03,97; 7. Alexandra Wenk (München) 1:04,40; 8. Jessica Steiger (Gladbeck) 1:04,47

100 m Schmetterling: 1. Annika Mehlhorn (Baunatal) 58,45 Sek. DR; 2. Lena Kalla (Würzburg) 58,98; 3. Franziska Hentke (Halle/Saale) 59,61; 4. Katharina Schiller (Hildesheim) 1:00,29 Min.; 5. Uta Müller (Fulda) 1:00,89; 6. Aliena Schmidtke (Magdeburg) 1:01,22; 7. Corinna Gottschalk (Erlangen) 1:01,65; 8. Deborah Gonschorek (Halle/Saale) 1:01,76

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