bedeckt München 26°

Schwimm-WM:Sjöström schwimmt Weltrekord in Budapest

Sarah Sjöström bei ihrem Weltrekord.

(Foto: AFP)

Die Schwedin verbessert die Marke über 100 Meter Freistil als Teil der Staffel. Die deutschen Schwimmer starten mäßig.

Die schwedische Olympiasiegerin Sarah Sjöström hat bei der WM in Budapest für den ersten Weltrekord gesorgt. Als Startschwimmerin der 4x100-m-Freistilstaffel unterbot die 23-Jährige in 51,71 Sekunden die alte Bestzeit der Australierin Cate Campbell um 35 Hundertstel. Zu einer Medaille reichte es für die Schwedinnen nicht, sie wurden am Ende Fünfte. Gold ging an die USA um die Vierfach-Olympiasiegerin Katie Ledecky, die nach dem Sieg über 400 m Freistil bereits ihren zweiten Titel in der Duna Arena gewann.

Die deutschen Schwimmer sind eher mäßig in die Wettbewerbe gestartet. Von einem WM-Fehlstart wollte Chefbundestrainer Henning Lambertz trotz der durchwachsenen Ergebnisse nicht sprechen. "Wir hatten vier Athleten am Start, von der eine sehr gut war und drei aus bekannten Gründen Lehrgeld gezahlt haben. Von daher ist alles okay", sagte Lambertz nach dem Auftakt am Sonntag in Budapest. "Unser allgemeines Problem ist: Das Grundniveau ist noch nicht hoch genug. Daran müssen wir arbeiten. Das kommt nicht durch Fingerschnippen."

Die nächste Runde erreichte lediglich Aliena Schmidtke über 100 Meter Schmetterling. Im Halbfinale war dann aber auch für sie Schluss - mit einem persönlichen Teilerfolg. Sie schlug nach 57,87 Sekunden an und verbesserte ihre eigene Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen Mitte Juni in Berlin um 15 Hundertstelsekunden. Poul Zellmann, Damian Wierling und Christian vom Lehn schieden bereits in ihren Vorläufen aus. Ihre Bestzeiten verpassten sie zum Teil deutlich.

Schwimm-WM Wie eine Kernsportart entkernt wird
Schwimmen

Wie eine Kernsportart entkernt wird

Mehr Medaillen! Zu diesem Zweck wird gerade der deutsche Sport reformiert. Wozu diese politisch angeordnete Fixierung führt, kann man gerade im Schwimmen beobachten.   Kommentar von Claudio Catuogno

Als erste Deutsche war am Morgen Schmidtke ins Wasser gesprungen und hatte nach 58,24 Sekunden angeschlagen. Nach dem schnelleren Semifinale sagte die 24 Jahre alte Magdeburgerin: "Mein Ziel war Halbfinale und unter 58 Sekunden, und das ist erreicht. Das Finale kommt dann hoffentlich beim nächsten Mal."Die Chance, sich in der zweiten Tageshälfte noch zu verbessern, hatten Zellmann, Wierling und vom Lehn erst gar nicht. Sie schieden in ihren Vorläufen aus. "Ich bin zu langsam angegangen, habe mich einlullen lassen", sagte Zellmann nach seinem 20. Platz in 3:50,88 Minuten auf der 400-Meter-Freistil-Strecke. Er war mehr als drei Sekunden langsamer als bei den deutschen Meisterschaften Mitte Juni. "Zwanzigster der Welt ist annehmbar, aber die Zeit ist natürlich Mist."

Auch vom Lehn war nach seinem 100-Meter-Brust-Rennen, das er nach 1:00,60 Minuten als 25. beendete, enttäuscht. "Das habe ich mir anders vorgestellt", sagte der 25-Jährige. "Ich weiß auch nicht, woran es gelegen hat." Der WM-Dritte über 200 Meter aus dem Jahr 2011 verpasste seine persönliche Bestzeit von den nationalen Titelkämpfen um eine gute Sekunde.

Nicht ganz so unglücklich war Damian Wierling trotz Vorlauf-Aus über 50 Meter Schmetterling in 24,09 Sekunden. "Die Zeit stellt mich nicht zufrieden. Aber ich habe ein paar Sachen mitgenommen für die deutlich wichtigeren Rennen über 50 und 100 Meter Kraul und die Staffel", sagte der 21-Jahre alte Essener.

Ohne Probleme überstanden die Lokalmatadore Katinka Hosszú und Laszlo Cseh ihre Vorläufe. Der ohrenbetäubende Jubel bei jedem ungarischen Starter war das Stimmungs-Highlight am Sonntag. Das Spektakel ließ sich auch US-Schauspieler Ashton Kutcher mit Töchterchen im Publikum nicht entgehen.

Während die Beckenschwimmer gerade erst in ihren WM-Auftakt starteten, können sich die Wasserspringer in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Nach Silber, Bronze und zuvor sieben weiteren Top-10-Plätzen belegten Tina Punzel und Lou Massenberg zum Abschluss noch einen überzeugenden vierten Platz im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Beim Synchronschwimmen kam der erste deutsche männliche WM-Starter Niklas Stoepel mit Amelie Ebert im freien Programm des gemischten Duetts auf Rang neun.

Schwimm-WM "Die härtesten Wettkämpfe meines Lebens"

Schwimm-WM

"Die härtesten Wettkämpfe meines Lebens"

Bei Olympia holte Wasserspringer Patrick Hausding die einzige deutsche Schwimm-Medaille - nun gewinnt er WM-Silber. Und ist nach 57 Sprüngen fast zu erschöpft zum Jubeln.   Von Saskia Aleythe