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Schwimm-Weltcup in Berlin:Biedermann und Deibler mit Weltrekorden

Paul Biedermann verbessert in Berlin die Kurzbahn-Bestmarkte von Grant Hackett über 400 Meter Freistil klar, Deibler gerwinnt über 50 Meter Freistil.

Paul Biedermann und Steffen Deibler haben beim Rekordfestival der Schwimmer in Berlin mit Weltrekorden für deutsche Paukenschläge gesorgt. Biedermann war nach 3:32,77 Minuten über 400 Meter Freistil baff. "Ich dachte, heute wird es richtig schlecht, heute geht gar nichts. Ich bin dicker geworden durch meine Pause, habe eine Dreiviertelstunde gebraucht, um in den Anzug zu kommen", sagte der 23 Jahre alte Doppel-Weltmeister aus Halle/Saale nach gerade erst überstandenem Muskelfaserriss im Oberschenkel. "Das war ein richtig geiles Rennen." Biedermann blieb 1,81 Sekunden unter der sieben Jahre alten Zeit des Australiers Grant Hackett.

Britta Steffen

Eine Frau und das Wasser

Der Hamburger Deibler verbesserte seine Bestmarke über 50 Meter Schmetterling beim Kurzbahn-Weltcup um 26/100 auf 21,80 Sekunden. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier als Weltrekordler aus dem Wasser steige", erklärte Deibler. Die Essenerin Daniela Samulski markierte am Samstag als Zweite über 50 Meter Rücken in 26,21 Sekunden einen Europarekord.

Die Schwimmer nutzen ihre letzten Rekord-Möglichkeiten im High-Tech-Anzug: Sechs Welt-, zwei Europa- und sechs deutsche Bestmarken waren die beeindruckende Bilanz des ersten Weltcup-Tages. Vom 1. Januar an sind die High-Tech-Anzüge verboten. Hinterher schwamm US-Star Michael Phelps in Textil-Hose, wie sie künftig vorgeschrieben ist. Da nutzte auch der neue, der Leichtathletik nachempfundene Startblock nichts. Platz fünf über 200 Meter Schmetterling, mehr war nicht drin.

Biedermann ließ der Konkurrenz nicht die Spur einer Chance. Der Zweitplatzierte Däne Mads Glaesner (3:37,75) konnte ihn nie gefährden. "Ohne den High-Tech-Anzug wird es in Zukunft schwer werden, diesen Rekord zu verbessern", sagte Deutschlands Vorzeige-Schwimmer und stellte mit Blick auf das Duell mit Phelps an diesem Sonntag fest: "Die 200 Meter werden sicherlich ein interessantes Rennen."

Der Russe Sergej Fesikow verbesserte über 100 Meter Lagen den Weltrekord des Amerikaners Ryan Lochte schon im Vorlauf um 2/10 auf 50,95 Sekunden. Für Weltbestmarken sorgten auch Cameron van der Burgh (Südafrika) in 25,25 Sekunden über 50 Meter Brust, der Japaner Shiho Sakai in 2:00,18 Minuten über 200 Meter Rücken und die Australierin Leisel Jones in 1:03,00 Minuten über 100 Meter Brust. Europarekord schwamm in 2:02,67 Minuten der Spanier Melquiades über 200 Meter Brust.

Im Sog der Weltstars markierten die deutschen Spitzenschwimmer nationale Bestmarken am Fließband. Die Wuppertalerin Sarah Poewe war nach 1:05,12 Minuten über 100 Meter Brust begeistert. "Das ist ein Super-Ergebnis, es hat richtig Spaß gemacht." Der Darmstädter Marco Koch schraubte die elf Jahre alte Bestmarke von Mark Warnecke (Essen) über 50 Meter Brust auf 26,68 Sekunden. "Die 50 Meter sind eigentlich keine Strecke für mich", sagte er, "aber dieser Rekord war einfach fällig." Theresa Michalak (Halle/Saale) holte sich beim Sieg der Chinesin Li Jiaxing über 200 Meter Lagen in 2:07,65 Minuten den Rekord von Teresa Rohmann (Erlangen). Michalak: "Ich bin völlig überrascht. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe."

Über 100 Meter Brust fiel die deutsche Bestzeit schon im Vorlauf im Minutentakt. Die Essenerin Caroline Ruhnau legte 1:05,55 Minuten vor, ihre Vereinskameradin Kerstin Vogel schraubte den deutschen Rekord danach auf 1:05,46 Minuten.

Daniela Samulski präsentierte sich nur vier Tage nach ihrer Rückkehr aus Neuseeland in Topform. Nach deutscher Bestzeit im Vorlauf holte sie sich im Finale die kontinentale Bestmarke von Sanja Jovanovic (Kroatien). Schneller war in 26,09 Sekunden nur die Australierin Marieke Guehrer. "Jetzt bin auch auf der Kurzbahn Europarekordlerin, das ist nicht so schlecht, da ist auch der zweite Platz voll okay", sagte Samulski.

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