Schwimm-EMJohannes Liebmann gewinnt Gold über 1500 Meter – mit Weltrekord

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Abitur seit Mai in der Tasche, jetzt Goldmedaillengewinner in Weltrekordzeit: Johannes Liebmann avanciert zu der deutschen Entdeckung der Schwimm-EM in Paris.
Abitur seit Mai in der Tasche, jetzt Goldmedaillengewinner in Weltrekordzeit: Johannes Liebmann avanciert zu der deutschen Entdeckung der Schwimm-EM in Paris.
Sebastien Bozon/AFP

Nach seinem Triumph über die 800 Meter ist der Abiturient auch auf der längsten Beckenstrecke der Schnellste – und verbessert den Weltrekord um fast vier Sekunden.

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Drei Tage nach seinem historischen Coup über 800 Meter Freistil hat Johannes Liebmann bei der Schwimm-EM in Paris in Weltrekordzeit seinen zweiten Titel gewonnen. Der 19-Jährige aus Magdeburg schlug im Finale über 1500 Meter nach 14:26,79 Minuten als überlegener Erster an und unterbot die bisherige Bestmarke des US-amerikanischen Olympiasiegers Bobby Finke um fast vier Sekunden. Liebmann ist erst der zweite deutsche Weltrekordhalter auf der längsten Beckenstrecke nach Jörg Hoffmann 1991.

Silber sicherte sich der Ungar Zalan Sarkany, Freiwasser-Europameister Oliver Klemet holte sich Bronze. Am Mittwoch hatte sich Liebmann mit Europarekord schon zum ersten deutschen Europameister über 800 Meter gekrönt. Er sicherte zudem den zweiten Titel für die deutschen Beckenschwimmer im Centre Aquatique Olympique am Stade de France. Liebmanns Trainingskollege Florian Wellbock hatte bei der EM 2018 in Glasgow über die 1500 Meter gewonnen.

„Das ist ein ganz spezielles Rennen“, ruft der Hallensprecher schon zur Halbzeit des Rennens

Auf der längsten Beckendistanz ging Liebmann das Rennen von Beginn an sehr schnell an. Früh setzte sich der Norddeutsche mit dem Ungarn Sarkany an die Spitze. Lange konnte der Silbergewinner das Tempo Liebmanns jedoch nicht mitgehen. „Das ist ein ganz spezielles Rennen“, rief der Hallensprecher schon nach gut 700 Metern begeistert und hatte recht. Mit riesigem Vorsprung schwamm Liebmann Gold und einer Fabelzeit entgegen. Für die letzten Bahnen erhob sich das begeisterte Publikum im Centre Aquatique Olympique und schrie Liebmann nach vorne.

Trainingspartner Klemet hatte im Freiwasser bei der EM zuvor bereits zweimal Edelmetall geholt. Der 24-Jährige hatte beim Sieg von Teamkollege Florian Wellbrock Bronze über die olympischen zehn Kilometer und Gold mit der Mixed-Staffel gewonnen. Nachdem er im über 800 Meter noch das Finale verpasst hatte, bewies er nun auch seine Klasse in der Halle.

Am letzten EM-Tag wird sich der Fokus noch einmal auf Liebmann richten – und auf Lukas Märtens. Beide starten, wie Klemet und Sven Schwarz, über 400 Meter Freistil. Der 24 Jahre alte Märtens ist auf seiner Paradestrecke der Favorit. Gewinnt er, wäre Märtens gleichzeitig Europameister, aktueller Weltmeister, Olympiasieger und Weltrekordhalter. Bei den Frauen startet unter anderem Isabel Gose, die bei dieser EM schon zweimal Silber im Becken geholt hat.

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Von Sebastian Winter

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