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Schwere Ausschreitungen in Berlin:Viele Festnahmen und verletzte Polizisten nach Fankrawallen

  • Im Regionalliga-Stadtderby zwischen Union Berlin II und Dynamo Berlin werden 175 Randalierer festgenommen
  • 112 Polizisten werden beim Einsatz im Stadion verletzt. Hunderte Vermummte hatten die Beamten mit Flaschen und Feuerlöschschaum angegriffen.
  • 64 Personen müssen sich nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Widerstands, Sachbeschädigung und Beleidigung verantworten.

Randalierer aus beiden Fanlagern griffen Polizisten an

Nach den Ausschreitungen rund um das Regionalliga-Fußballspiel zwischen FC Union II Berlin gegen BFC Dynamo zieht die Polizei Bilanz: 175 randalierende Fans wurden festgenommen, 112 Beamten verletzt.

Hunderte zum Teil vermummte Randalierer aus beiden Fanlagern waren bei dem Spiel am Sonntag im Berliner Stadteil Köpenick gewalttätig geworden. Sie warfen Flaschen auf die Polizisten und versprühten Feuerlöschschaum. Einige griffen die Polizisten direkt an. Behördenangaben zufolge rissen sie Sitzschalen aus den Verankerungen und warfen sie Richtung Spielfeld. Die Polizisten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Nun liegen 64 Strafanzeigen vor, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Beleidigung. Direkte Schlägereien der beiden Fanlager konnte die Polizei weitgehend verhindern.

Union lobt Sicherheitskonzept

Innen-Staatssekretär Bernd Krömer verurteilte die gewalttätigen Übergriffe: "Die Ausschreitungen am Sonntag haben nichts mit Fußballleidenschaft und Fußballfreude zu tun. Hier haben gewaltbereite Hooligans ganz gezielt die Auseinandersetzung gesucht", sagte er. Angriffe auf Polizeibeamten seien absolut inakzeptabel.

"Jeder Verletzte ist einer zu viel, und jeder von der Polizei ermittelte Straftäter wird sich für sein Handeln verantworten müssen", sagte der Sicherheitsbeauftragte von Union Berlin, Sven Schlensog. "Grundsätzlich hat uns die Einsatzleitung der Polizei bestätigt, dass die Zusammenarbeit zwischen ihren Einsatzkräften und unserem Ordnungsdienst im Stadion gut funktioniert hat und das Konzept zur Trennung der Fanlager weitgehend aufgegangen ist." Entscheidend sei jetzt, dass die Vorkommnisse sachlich ausgewertet würden und die Erkenntnisse in zukünftige Einsatzplanungen einfließen, so Schlensog.

Kurzfristige Spielunterbrechung

Das Spiel war wegen der aggressiven Stimmung für etwa eine Viertelstunde unterbrochen worden, nachdem rund 300 Union-Fans versucht hatten, über die Haupttribüne in den Gästeblock zu gelangen und Ordner und Polizisten attackierten. Die Partie endete mit einem 1:0 Auswärtssieg des BFC Dynamo.