André Schürrle in Fulham:Wieder ein Aussetzer im eigenen Strafraum

In derselben taktischen Anordnung gelang Fulham zum Auftakt der traditionellen Liga-Runde am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem "Boxing Day", die nächste starke Defensivleistung. Beim 1:1 gegen die Wolverhampton Wanderers schien der Tabellenletzte den zweiten Sieg unter Ranieri nach einem Treffer des eingewechselten Ryan Sessegnon (74.) bereits sicher zu haben. Allerdings folgte in der Schlussphase dann doch wieder mal ein Aussetzer im eigenen Strafraum, weswegen Roman Saiss eine Flanke für Wolverhampton ins Tor stochern konnte (85.). Dabei wäre dieser 1:1- Ausgleich einfach zu vermeiden gewesen, wenn Fulhams Joe Bryan den Ball weggeschlagen hätte. Durch das Unentschieden bleibt Fulham auf einem der letzten beiden Tabellenplätze. Am Samstag kommt dann der Leidensgenosse Huddersfield Town zum Kellertreffen nach Fulham.

Einen Einblick, wie Ranieri versucht, das taumelnde Team zu stabilisieren, liefert André Schürrle am Telefon. Der deutsche Weltmeister ließ sich im Sommer von Dortmund nach Fulham verleihen. Schürrle sagt: "Claudio Ranieri hat uns gleich klargemacht, dass er ein italienischer Trainer ist - und das hat sich bestätigt. Mit ihm haben wir im Training fast ausschließlich an der Defensive gearbeitet. Sein Ansatz war, das Risiko zu minimieren. Viele Pässe, die wir durch die Mitte gespielt haben, werden nun zum Beispiel hoch und weit aus dem Gefahrenbereich gebracht. Wir sind wiederholt die Aufgaben auf den einzelnen Positionen durchgegangen, damit jeder seine Pflicht richtig erfüllt."

Ranieri soll die Unwucht ins Lot bringen

Nach der Rückkehr in die Premier League sorgte Fulham bereits vor der Saison für Aufsehen, als sich der Verein für etwa 100 Millionen Euro mit zwölf neuen Spielern eindeckte, von denen die meisten jedoch keine Erfahrung in der ersten englischen Liga besaßen. Die Unwucht des Kaders, der aufgefüllt ist mit Profis, die den Aufstieg realisiert haben, soll Ranieri nun ins Lot bringen. "Dem Klub war nicht bewusst genug, dass der Umbruch Zeit benötigt und nicht direkt Erfolg verspricht. Wir sind auf der Suche nach dem notwendigen Teamgeist, der oft nur durch Ergebnisse entsteht. Im Vergleich zu den anderen Vereinen in Abstiegsgefahr haben wir die größte individuelle Qualität", sagt Schürrle. Er weiß aber auch: "Leider ist es damit nicht getan. Wir brauchen auch Kampfgeist. Das macht uns die Konkurrenz vor, die sich nicht darauf einlässt, wirklich Fußball zu spielen. Die gewinnen pragmatisch: mit fünf Abwehr- und zwei Stürmerkanten."

Das neue Sicherheitsdenken geht bei Fulham auch zu Lasten des Toreschießens: Die Abhängigkeit vom Zusammenspiel zwischen dem bulligen Mitrovic und dem flinken Schürrle, die beide gemeinsam zwölf der 17 Saisontreffer von Fulham erzielt haben, lässt sich kaum übersehen. Auf dem Wintertransfermarkt, kündigte kürzlich Besitzer Khan an, möchte der Verein personell nachlegen, um den Ligaerhalt durch Geldausgeben zu erwirken. Denn mehr als einen Besuch im Fast-Food-Restaurant hat sich Fulham bisher nicht erspielt.

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