Schottland #GR8since1888

Feiert die sage die sage und schreibe 50. Meisterschaft: das Team von Celtic Glasgow.

(Foto: Jeff Holmes/AP)

Seit 131 Jahren spielt Celtic Glasgow Fußball, nun haben die Schotten den Meistertitel dank ihres achten Erfolgs in Serie zum 50. Mal gewonnen.

Von  Johannes Kirchmeier

Was war das für eine Freude für die Spieler von Juventus Turin, als sie sich vor zwei Wochen vorzeitig den italienischen Meistertitel sicherten. Die Spieler hüpften über den heimischen Rasen und sprühten sich wie wild mit Rasierschaum ein, Cristiano Ronaldo trug eine weiße Elvis-Tolle über den Platz, und selbst den Trainer Massimiliano Allegri erwischte der Schaum. Für deutsche Augen mag das zwar eine etwas eigenwillige Interpretation der Weißbierdusche gewesen sein, aber die Turiner zelebrierten auch einen ganz besonderen Coup: ihren achten Titel in Serie. Seit 2012 trägt der Meister Weiß-Schwarz. Dazu verbreitete der Verein ein Bild mit dem Hashtag #W8nderful auf seinen sozialen Kanälen - für diese besondere Genugtuung.

Auch wenn sie ganz ansprechend feiern können, allein sind die Italiener nicht: Zwei Wochen später zog nun Celtic Glasgow noch, das ebenfalls den achten Titel nacheinander feierte. Am Samstag setzte sich der Klub 3:0 (1:0) beim FC Aberdeen durch und ist mit 84 Punkten zwei Spieltage vor Ende der Meisterrunde nicht mehr vom zweitplatzierten Stadtrivalen Glasgow Rangers (72 Punkte) von der Spitze zu verdrängen. Und anders als Juve schafften die Schotten damit einen Jubiläumstriumph: Celtic wurde zum 50. Mal Meister, grün-weiße Feierstimmung in Schottland. "Für heute hoffe ich, dass Ihr den Moment genießt und wirklich stolz darauf seid, ein Celtic-Fan zu sein", sagte Trainer Neil Lennon den Anhängern in einer Videobotschaft. Freilich war auch diese garniert mit einem eigenen Hashtag: #GR8since1888. Seit 1888 spielt der Klub Fußball, die erste Meisterschaft gewann er fünf Jahre später.

In Weißrussland hat Bate Borissow 13 Meistertitel in Serie gewonnen

Weltweiter Rekordtitelträger ist allerdings trotz des stolzen Jubiläums nicht Celtic, sondern der Stadtrivale Glasgow Rangers, der bereits 54 Meisterschaften feierte. Und sich unter dem Trainer Steven Gerrard, einst Top-Fußballer in Liverpool, vielleicht gerade rechtzeitig wieder in Stellung bringt als echter Titelkandidat. Sie wehren sich dagegen, dass der Rivale sie einholt. Nachdem die Rangers 2012 zwangsabsteigen mussten und seit 2016 zurück in der ersten Liga sind, standen sie in dieser Saison sogar zeitweise wieder an der Tabellenspitze, das hatte es zuletzt im Dezember 2011 gegeben. "Ich weiß, dass diese Saison für alle ein wenig wie eine Achterbahnfahrt war", sagte Celtic-Coach Lennon daher zu den Fans, "aber Ihr wart großartig, und die Spieler haben von Eurer großartigen Unterstützung profitiert." Was er vergaß: Noch mindestens einmal müssen sie die Spieler unterstützen. Am nächsten Wochenende steht das letzte Glasgower Old-Firm-Derby der Saison an. Die Rangers wollen dann beim Meister noch so etwas wie schlechte Stimmung verbreiten.

Zur gesamten Wahrheit der Serienmeister muss man übrigens noch etwas hinzufügen. Ein Verein lacht über die Jubelei über den achten Titel in Serie: Bate Borissow, das im Dezember bereits den 13. weißrussischen Meistertitel aneinanderreihte und auch in der noch jungen Saison schon wieder die Tabelle anführt. Da es das Land Weißrussland allerdings erst seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 gibt, hat Borissow auch erst insgesamt 15 Meistertitel erreicht. Es dauert also noch ein paar Spielzeiten, bis sich die beiden Schotten und Linfield FC aus Nordirland (53 Titel) wirklich fürchten müssen, als europäische Rekordmeister eingeholt zu werden.