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Schiedsrichter im Visier der Behörden:Steuerfahnder durchsuchen DFB-Zentrale

Haben einige der prominentesten deutschen Schiedsrichter über Jahre Steuern hinterzogen? Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ermitteln die Behörden gegen knapp zwei Dutzend Personen, heute Morgen rückten die Beamten auch beim Deutschen Fußball-Bund ein.

Claudio Catuogno und Thomas Kistner

Steuerrazzia beim Deutschen Fußball-Bund: Die Geschäftsstelle des weltgrößten Sportfachverbandes in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt am Main ist am Montag von Beamten durchsucht worden. Das teilte der DFB in einer Erklärung mit. Die Beamten interessierten sich für Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich: Mehrere Unparteiische stehen unter Verdacht, ihre Einnahmen über Jahre nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.

DFB-Chef Zwanziger droht bei Prozessniederlage mit Ruecktritt

Dürfte über die Razzia in der DFB-Zentrale und die Vorwürfe der Steuerhinterziehung gegen mehrere Schiedsrichter nicht erfreut sein: der Chef des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger.

(Foto: ddp)

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung handelt es sich bei der Aktion um ein abgestimmtes Vorgehen mehrerer Staatsanwaltschaften und Steuerfahndungen. Razzien fanden auch bei mehreren Bundesliga-Schiedsrichtern statt, vor allem in Süddeutschland. Die Verdachtslage umfasst nach SZ-Informationen knapp zwei Dutzend Personen, darunter einige prominente Bundesliga-Schiedsrichter.

Die Unparteiischen sollen zum Beispiel Einnahmen aus Freundschaftsspielen nicht angegeben, Fahrten zu Einsätzen doppelt abgerechnet oder die vom DFB gestellte Dienstkleidung im großen Stil als Werbungskosten abgerechnet haben. Gegen den DFB selbst wird nicht ermittelt.

"Es gibt keinerlei Vorwürfe gegen den DFB", sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach. "Wir werden die Steuerbeamten bei den Ermittlungen selbstverständlich mit all unseren Möglichkeiten unterstützen. Die korrekte Versteuerung seiner Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst."

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ist der DFB zumindest seit Frühjahr über eine Steuer-Vorstrafe bei einem Schiedsrichter informiert, der auch in diesem Verfahren wieder eine Rolle spielen soll.

© sueddeutsche.de/jobr/lala

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