FC Schalke 04 Schalker Redebeiträge zu Tedesco

Der nächste Notfall: Jetzt zählt auch Alessandro Schöpf zu Schalkes Langzeitverletzten.

(Foto: Roland Krivec/imago)
  • Schalke 04 schafft auch beim 2:2 gegen Hertha BSC keinen Sieg und beklagt nun auch noch neue Verletzte.
  • Trainer Tedesco wirkt besorgt - er hätte gerne mindestens einen neuen Spieler im Kader.
Von Dirk Gieselmann, Berlin

"Einige Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod", sagte Bill Shankly, Trainer des FC Liverpool von 1959 bis 1974. "Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist." Domenico Tedesco, Trainer des FC Schalke 04 seit 2017, sagte auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 gegen Hertha BSC am Freitagabend zwar nichts derart Existentialistisches, sondern nur oft gehörte Pressekonferenzsätze wie: "Ich glaube, wir hatten einen Tick mehr vom Spiel." Und doch stand ihm Shanklys Sentenz ins Gesicht geschrieben. Auch ihm war es in diesem Spiel um wesentlich mehr als um drei Punkte gegangen. Nun stand seine Mannschaft da mit gerade mal einem.

Blass, erschöpft und mit im Schein der Leuchtstoffröhren feucht glänzenden Augen saß Domenico Tedesco vor seinem Mikrofon. Er sah aus wie ein Chirurg, der nur kurz aus dem Operationssaal gekommen ist, um die wartenden Journalisten über den Zustand des berühmten Patienten zu unterrichten. Die Lage schien ernst zu sein. Ernster als ernst.

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Heruntergebrochen auf ein Spiel, das der Fußball trotz aller Bedeutung, die man ihm beimessen mag, immer noch bleibt, ist die Situation des FC Schalke 04 tatsächlich nicht allzu erfreulich. Vergangene Saison noch Meisterschafts-Zweiter, steht er nun auf dem zwölften Tabellenplatz, weit hinter den eigenen Erwartungen. Und, wohl noch schlimmer, weit hinter dem Erzrivalen Borussia Dortmund.

In den vergangenen Wochen ist nach einer für diesen Verein erstaunlich langen Phase der Ruhe auch wieder die alte unproduktive Mitteilsamkeit ausgebrochen. Zunächst sagte der allgewaltige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies in der Zeitschrift Reviersport über Tedesco und Sportvorstand Christian Heidel: "Beide haben unser uneingeschränktes Vertrauen. Anderslautende Spekulationen gehen vollkommen an der Realität vorbei." Doch dann dementierte er sich in der Bild-Zeitung selbst: "Ich halte überhaupt nichts von dieser Art Bekenntnisse. Ich habe nur jetzt, weil es einfach Stilblüten getrieben hat, einmal was gesagt." Eine erstaunliche Volte, die auf Schalke jedoch längst zum regionalen Brauchtum gehört.

Drittes Spiel, zweites Rot für Naldo

Der frühere Bundesliga-Profi Naldo hat beim französischen Fußball-Erstligisten AS Monaco einen völlig verkorksten Start hingelegt. Bei seinem dritten Punktspiel-Einsatz flog der Abwehrspieler zum zweiten Mal vom Platz. Bei der 0:2-Niederlage bei FCO Dijon sah der Innenverteidiger nach einer missglückten Grätsche gegen Julio Tavares die rote Karte. In der Woche zuvor war er im Spiel gegen Racing Straßburg wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen worden. Die Sperre saß der 36-Jährige unter der Woche im Pokalspiel beim FC Metz ab. Monaco steht auf dem vorletzten Platz der Ligue 1 und hatte zuletzt Trainer Thierry Henry durch Leonardo Jardim ersetzt. dpa

Domenico Tedesco ist nicht dafür bekannt, sich durch tosende und widersprüchliche Redebeiträge in den Vordergrund zu drängen. Er gilt als akribischer, geradezu manischer Arbeiter. Die knappe Freizeit mit seiner Familie misst er in "Sekunden und Minuten". Und von einem Fernsehreporter gefragt, ob es ihn nach Niederlagen tröste, wenn seine Tochter ihn anlächele, da sagte er: "Das ist eine gute Maßnahme." Es braucht nicht so viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie er sogar Puppen und Teddys zu taktischen Formationen aufstellt. Der Mann kann anscheinend schwer abschalten.