Schalke 04:Tedesco war überrascht von Heidels Entschluss

Nun steht Schalke nach der 2:3-Heimniederlage am vergangenen Mittwoch gegen Manchester City vor dem Aus in der Champions-League, in der Bundesliga geht es nur noch um den Klassenerhalt - nur im Pokal ist noch die Qualifikation für den Europapokal möglich. Heidel, der viel Geld in die Infrastruktur des Klubs investierte, war es zudem nicht gelungen, Schalker Hoffnungsträger aus der eigenen Jugend im Klub zu halten (Leroy Sané, Leon Goretzka, Max Meyer, Thilo Kehrer). Aber wäre das anderen Managern in jedem einzelnen dieser jeweils speziellen Fälle gelungen? Wohl nicht.

In Mainz verhalf Heidel einst Trainern wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel zu ihren Karrieren in der großen Fußballwelt. Vor zweieinhalb Jahren sah er nach fast einem Vierteljahrhundert in Mainz den Zeitpunkt gekommen, sich in der Fremde, in Schalke, einen großen Fußballtraum zu erfüllen. Er habe gewusst, dass alles zehnmal größer sei in Schalke als in Mainz, sagt Heidel. Nun gab er auf, so selbstbestimmt, wie ihm das nach der Kritik der vergangenen Wochen noch möglich war. In Mainz ging er freiwillig, in Schalke trat er zurück, weil er keine Arbeitsgrundlage mehr für sich sah. Schalke muss nun wieder mal von vorne anfangen, und es ist eine spannende Frage, ob mit Heidel nun auch die Zeit von Tedesco abläuft.

Heidel hatte Tedesco am Freitagabend über seinen Entschluss informiert. Er sei sehr überrascht gewesen, erzählte Tedesco am Samstag nach dem Spiel in Mainz, zu dem er keine sportliche Analyse geben wolle. Die Geschichte ist ja auch schnell erzählt: Das 0:3 nach Toren von Karim Onisiwo (18., 84.) und dem eingewechselten Jean-Philippe Mateta (73.) war für Schalke schmeichelhaft. In Mainz hatten sie vor dem Spiel etwas Angst, Aufbaugegner für den angeschlagenen Gast zu sein. Doch es war umgekehrt: Schalke erwies sich nach zuletzt drei Niederlagen in Serie als perfekte Aufbauhilfe für Mainz.

Jonas Boldt, zuletzt in Leverkusen, gilt als ein heißer Nachfolgekandidat für Heidel. Ob er in Mainz, wo er noch eine Wohnung besitzt, bleiben werde, oder nach Schalke zurückfahre, wisse er noch nicht, sagte Heidel am Samstagabend. Er schien aber mit sich im Reinen, bevor er das Stadion verließ, und sagte: "Ich bin nicht erleichtert, aber ich habe das Gefühl, dass es so richtig ist."

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