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Schalke erbost über Elfmeter-Pfiff:Von Pappnasen, HB-Männchen und Tatsachengeschissen

Der zweifelhafte Elfmeterpfiff bei der 0:1-Niederlage in der Europa League bei Twente Enschede erregt die Schalker Gemüter. Sportvorstand Horst Heldt gerät nach der Partie vollends in Rage, greift Schiedsrichter und Verbände an. Seine Aussagen teilweise im Wortlaut.

Der Sportvorstand des FC Schalke 04, Horst Heldt, hat sich maßlos über eine Fehlentscheidung des schottischen Schiedsrichtergespannes beim Europa-League-Auswärtsspiel beim FC Twente Enschede geärgert. Referee Craig Thomson hatte Abwehrspieler Joel Matip nach Rücksprache mit seinem Assistenten an der Seitenlinie wegen einer Notbremse im Strafraum an Luuk de Jong (60. Minute) mit einer roten Karte vom Platz gestellt. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Twentes Stürmer de Jong (61.) selbst zum 1:0-Sieg.

Schalke Schalke fühlt sich vom Schiedsrichter betrogen Video
Nach Niederlage im Europa-Pokal

Schalke fühlt sich vom Schiedsrichter betrogen

Der zweifelhafte Elfmeterpfiff bei der 0:1-Niederlage in der Europa League bei Twente Enschede erregt die Schalker Gemüter.

Selbst nach Ansicht der TV-Bilder herrschte zunächst Unklarheit, ob Matip den Stürmer von Enschede berührt hatte. Nach genaueres Studium ist aber während des Laufduells wohl eine Berührung des Knies des Schalkers mit den Hacken von de Jong zu erkennen. Diese fand allerdings klar außerhalb des Strafraums statt. ( Hier ein Video)

Kurz nach dem Spiel allerdings gingen die Schalker davon aus, dass es keine Berührung gegeben hatte und de Jong mehr oder minder über seine eigenen Beine gestolpert sei. Dieser Eindruck führte dazu, dass sich vor allem Horst Heldt vor den Mikrofonen in Rage redete.

Dicke Sessel und Heinis

Die Nachrichtenagentur dpa hat die wichtigsten Aussagen des Schalker Managers dokumentiert. Heldt zum Elfmeterpfiff: "Das ärgert mich, das ist eine bodenlose Enttäuschung. Das ist eine so gravierende Fehlentscheidung. Ich verstehe das Ganze auch nicht mehr, was diese Pappnasen da entscheiden. Und dann sagen sie, tut uns leid, Tatsachenentscheidung. Da krieg ich das Kotzen, da krieg ich die Krätze. Mit so einer Arroganz, wie die dann auftreten. Die haben einen Fehler gemacht, dann sollen sie auch zu dem Fehler stehen."

Zu den Folgen des Pfiffs sagte er: "Es geht ja weiter: Der wird ja jetzt gesperrt, der wird mindestens für ein Spiel gesperrt. Was kann ich mir denn dann für diesen, dieses Tatsachengeschisse kaufen? Gar nichts."

Über die Offiziellen und die Regelhüter der Fußball-Verbände Uefa und Fifa klagte Heldt: "Die machen sich immer permanent Gedanken, wie kann man was reformieren. Da sitzen dann irgendwelche Leute in ihren dicken Sesseln, auf was weiß ich für einem Board, wie sich das nennt, Regelboardwerk oder wie die Heinis da oben heißen. Und entscheiden, so jetzt entscheiden wir mal: Jetzt nehmen wir mal einen vierten, fünften und sechsten Schiedsrichter dazu. Ja was macht er denn an der Torauslinie? Was ist denn dem seine Aufgabe? Der soll zu Hause bleiben. Die sollen zu Hause bleiben mit so einem Scheiß, den sie da installieren."

Offenbar regte sich in Heldt auch Wut über das Verhalten von Uefa-Offiziellen und Delegierten: "Der Oberwitz beginnt ja damit, dass wir 1:15 Stunden vor dem Anpfiff im Stadion sein müssen. Das wird ganz genau genommen. Da steht dann einer mit einer geeichten Funkuhr und passt auf. Da laufen sie wie HB-Männchen durch die Gegend. Und wenn du nur eine Sekunde zu spät kommst, dann schreiben sie das in den Bericht und du bekommst eine saftige Geldstrafe. Das regt mich so auf."

Acht Schiedsrichter?

Auch Trainer Huub Stevens schloss sich der Kritik an. Während der Pressekonferenz hatte der Niederländer erheblich schlechte Laune und weigerte sich, Niederländisch zu sprechen: "Ich tue nur auf Deutsch", ranzte Schalkes Trainer den Fragesteller laut an, der ihn in seiner Muttersprache angesprochen hatte. "Das war der Pfiff des Jahres. Da müssen statt sechs demnächst acht Schiedsrichter eingestellt werden. Das ist lächerlich. Das war kein Elfer und keine rote Karte", schimpfte Stevens.

Abwehrspieler Matip dürfte in jedem Fall für mindestens ein Spiel gesperrt werden. "Da haben wir keine Handhabe, das zieht automatisch eine Sperre für ein Spiel nach sich", sagte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Freitag. Damit wird Matip dem Bundesligisten beim Rückspiel in einer Woche in Gelsenkirchen sicher fehlen.

Die anschließende Schimpftirade von Horst Heldt hat aber zunächst kein Nachspiel. "Bis jetzt haben wir keinen Bericht erhalten, der uns veranlasst, tätig zu werden", sagte der UEFA-Sprecher.

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