Champions League Pfiffe für Schalke, Klopp muss bangen

Jürgen Klopp (r.) bangt nach der Niederlage bei Thomas Tuchels Paris ums Weiterkommen.

(Foto: AFP)

Die Pfiffe der eigenen Fans waren eigentlich nicht zu überhören, doch Domenico Tedesco wollte davon nichts wissen. "Wir haben hochverdient gegen einen sehr starken Gegner verloren. Aber unsere Fans haben nicht gepfiffen", behauptete der Trainer des FC Schalke 04 nach der schwachen Vorstellung beim 1:3 (0:0) beim FC Porto. Ob er der 33-Jährige die Unmutsbekundungen der Anhänger tatsächlich nicht vernommen hat oder sie einfach ausblendete, blieb ein Rätsel. Die Spieler hatten sie jedenfalls gehört: "Es ist hart für uns, wenn die Fans verärgert sind", meinte Omar Mascarell. "Wenn die Fans pfeifen, müssen wir das verstehen."

Ungeachtet dessen steht der Fußball-Bundesligist erstmals seit vier Jahren im Achtelfinale der Champions League. "Ich kann mich darüber riesig freuen", sagte Christian Heidel. "Porto ist ja keine Laufkundschaft. Im letzten Jahr sind drei deutsche Mannschaften ausgeschieden. Jetzt sind drei weiter, und wir sind eine davon. Wir haben unseren Job erledigt."

Dass Schalkes Einzug in die K.o.-Runde dank der Schützenhilfe von Lokomotive Moskau durch den 2:0-Sieg über Galatasaray Istanbul bereits vor dem Anpfiff im Estadio do Dragao feststand, wirkte sich allerdings wenig inspirierend auf das Team aus. Tedesco schloss nicht aus, dass die Konzentration und Motivation darunter gelitten habe. "Wir haben alles versucht, die Mannschaft voll zu motivieren und zu pushen. Aber man weiß nie, ob man alle Spieler erreicht."

Entsprechend schwach trat der Revierklub beim portugiesischen Meister vor allem in der zweiten Hälfte auf und kassierte nach Toren von Eder Militao (52.), Jesus Corona (55.) und Moussa Marega (90.+4) die erste Niederlage in der Gruppenphase. Auch wenn Nabil Bentaleb mit einem verwandelten Handelfmeter (88.) noch einmal verkürzte, unter dem Strich war der portugiesische Meister in allen Belangen überlegen. Und Schalke verspielte die Chance, Porto am letzten Spieltag gegen Moskau den Sieg in der Gruppe D noch streitig zu machen.

Tuchel siegt gegen Klopp

Thomas Tuchel hat das deutsche Trainer-Duell mit Jürgen Klopp gewonnen und mit seinem Klub Paris Saint-Germain einen immens wichtigen Sieg gefeiert. Der französische Serienmeister gewann gegen Klopps FC Liverpool 2:1 (2:1) und zog in der Tabelle der Gruppe C an den Reds auf Platz zwei vorbei. Vorjahresfinalist Liverpool droht damit das vorzeitige Aus in der Gruppenphase.

Der ehemalige Münchner Juan Bernat (13.) brachte Paris, das mit Nationalspieler Thilo Kehrer begann, in Führung. Neymar (37.) erhöhte nach einem sehenswerten Konter per Abstauber, nachdem Edinson Cavani noch an Liverpools Torwart Alisson gescheitert war. James Milner (45.+1) erzielte per Elfmeter den Anschlusstreffer. Im zweiten Durchgang verteidigte Paris gut und ließ die drückenden Engländer kaum zu Chancen kommen.

Am letzten Spieltag der Gruppenphase braucht Liverpool gegen Tabellenführer SSC Neapel unbedingt einen Sieg zum Sprung ins Achtelfinale. Andernfalls ist die Champions-League-Saison für Klopps Mannschaft vorzeitig beendet.

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