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Schalke beim FC Bayern:Badstuber ist noch zu sehr Bayer

Der bayerische Badstuber hat seinen Teil dazu beigetragen, dass Schalke beim FC Bayern 1:1 spielte und es am Ende sogar noch Grund gab, sich ein klein wenig zu ärgern. So ein Unentschieden sei natürlich schön, erklärte Badstuber. Wobei: "Ich bin nie zufrieden, wir hätten hier auch gewinnen können."

Das waren herrlich ungewohnte Töne eines Gäste-Spielers, der in München gerade einen Punkt ergattert hatte. Wäre Badstuber schon ein ganzer Schalker, er hätte sich wohl stolz feiern lassen. Doch man schüttelt 13 Jahre FC Bayern eben nicht mit einem Spiel ab, und so ist ein Unentschieden für Badstuber eben auch immer ein Grund zum Ärgern. Vor allem, wenn die eigene Mannschaft vor der Pause ein paar glasklare Torchancen versiebt.

Bundesliga "...sonst sind wir ganz schnell in mehreren Wettbewerben raus"
Bayern gegen Schalke

"...sonst sind wir ganz schnell in mehreren Wettbewerben raus"

Carlo Ancelotti fleht, Philipp Lahm warnt, Manuel Neuer wird grundsätzlich: Der FC Bayern macht sich nach dem schwachen Remis gegen Schalke schwere Vorwürfe.   Aus dem Stadion von Maik Rosner

Das Schalker Spiel glich sich Badstubers Vorstellung exakt an. Nach neun Minuten sah es so aus, als würde sich der Neue noch in der Mannschaft irren. Er spielte (unfreiwillig) Doppelpass mit Arjen Robben, den Pass von Arturo Vidal konnte er nicht mehr erreichen und Lewandowski schoss das 1:0. Doch mit Naldos Freistoßknaller zum 1:1 vier Minuten später wurde alles besser - Schalke und Badstuber. Sead Kolasinac, Leon Goretzka und vor allem Guido Burgstaller per Lattenschuss hätten Schalke in Führung schießen können.

Das ganze Stadion beklatscht Badstuber

Nach den trüben Partien gegen Ingolstadt und Frankfurt zuletzt überraschten die Schalker in München mit Selbstbewusstsein und technisch feinem Offensivspiel. Kolasinac links hinten bearbeitete Robben auf Weltklasseniveau, Nabil Bentaleb und Goretzka spielten sich schön durch das Mittelfeld, der Winter-Zukauf Daniel Caligiuri setzte sich bisweilen gegen drei Bayern durch. Die Münchner Zuschauer wunderten sich nicht schlecht, wie stark der Tabellenelfte der Bundesliga auftrat.

"Heute haben wir uns mehr zugetraut, haben besser Fußball gespielt", erklärte Trainer Markus Weinzierl, "wir haben unter der Woche darüber gesprochen, dass es kein Ziel sein kann, nur lange Bälle zu spielen. Deshalb haben wir flach gespielt." Zu diesem Plan brauchte er zwingend Holger Badstuber mit seinem sicheren ersten Flachpass aus der Abwehr heraus. Als dieser nach knapp einer Stunde erschöpft runter musste, kamen die Schalker immer stärker in Bedrängnis. Doch das 1:1 hielt.

Für Badstuber ein ideales Ergebnis, mit dem nun "hoffentlich alle zufrieden nach Hause gehen." Er grinste bei diesem Satz, denn wer sollte besser wissen als er, dass drüben am anderen Gang überhaupt niemand zufrieden nach Hause ging. Doch das konnte ihm ausnahmsweise egal sein. Als Badstuber den Platz verlassen hatte, hatte das ganze Stadion geklatscht. Die blauen Schalker genauso wie die roten Bayern. Er warf die Hände zum Winken nach oben und klopfte sich auf die Brust, wobei nachher niemand wusste, ob er mit dieser Geste das blaue Schalker Wappen oder das rote bayerische Herz meinte. Vermutlich beides.