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Schalke-Angreifer Gregoritsch:"Ein sehr schlauer Fußballspieler"

FC Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach

Schoss ein Tor beim Debüt für Schalke: Michael Gregoritsch

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

In der Hinrunde kam Michael Gregoritsch in Augsburg kaum zum Einsatz, nun spielt er bei Schalke und entscheidet gleich die erste Partie gegen Gladbach.

Als sein Berater ihm vor ein paar Wochen mitteilte, der FC Schalke 04 habe sich gemeldet, hat Michael Gregoritsch an einen Witz geglaubt. Er hielt es für abwegig, dass sich der Tabellenfünfte für ihn interessierte, nachdem er während der Hinrunde für den FC Augsburg insgesamt 303 Minuten in der Bundesliga gespielt hatte, die letzten fünf davon Anfang November beim Heimspiel gegen - Schalke 04.

Aber die Gelsenkirchener meinten es tatsächlich ernst mit ihrer Anfrage, und wie ernst sie es meinten, das erfuhr der 25 Jahre alte Österreicher spätestens am Freitagabend, als er zur Startelf im Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach gehörte. Gregoritsch war anschließend der Mann, über den alle redeten.

Zum 2:0-Sieg der Gastgeber samt starker Gesamtvorstellung trug er eine Torvorlage, ein Tor und eine Rettungstat auf der Torlinie bei, seine Leistung gab Anlass zu vielerlei Komplimenten. Dennoch sah Gregoritsch Bedarf, ein strenges Wort mit dem Trainer zu reden. Zuletzt in Augsburg hatte er sich zwar nach Einsätzen gesehnt, nun aber war es ihm des Guten zu viel: "Ich muss noch mal mit dem Trainer sprechen, weil ich vielleicht ein, zwei Minuten früher rauswollte", sagte der Angreifer, der auf dem letzten Kilometer seines Debüts sichtlich nur noch mit großer Überwindung vorankam.

Schalke gewann die wichtigsten Zweikämpfe

Als Gregoritsch, mangels Beschäftigung beim FCA noch nicht in voller Wettkampfverfassung, endlich zur Auswechslung schreiten durfte, hatte die Schlussphase der Partie bereits begonnen. Sie hielt allerdings dem Tempo und der Intensität der ersten Stunde nicht stand, obwohl beide Trainer das Maximum ihrer Wechselmöglichkeiten genutzt hatten.

Während die Schalker mit müden Beinen ihren Strafraum verteidigten, in zunehmender Frequenz unter Zuhilfenahme höchst gewöhnlicher (und trotzdem heftig bejubelter) Befreiungsschläge, wussten die Gladbacher lediglich noch den Anschein einer Schlussoffensive zu erwecken. Auf dem Statistikzettel stand zwar geschrieben, dass die Gäste öfter aufs gegnerische Tor geschossen und mehr Flanken geschlagen hätten als die Gastgeber. Dies war aber lediglich ein weiterer Beleg dafür, dass solche Aufzählungen bisweilen nicht mehr als Papierkram sind.

Schalke gewann besonders im Mittelfeld mit dem dominanten Nationalspieler Suat Serdar die wichtigsten Zweikämpfe und hatte - anders als die Borussia mit ihrem aushilfsweise eingesetzten Defensiv-Duo Jantschke/Wendt und dem Ballverlustfaktor Embolo - keine Schwachstellen im Team.

Der Gegner habe "hochverdient" gewonnen, sagte VfL-Trainer Marco Rose, der mit ebensolcher Offenheit erläuterte, dass er mit seinem Konzept dem des Kollegen David Wagner immer ein Stück hinterherdirigierte. Rose hatte mit einer offensiven Aufstellung offensive Ansprüche unterstrichen, lief damit aber bei einer Schalker Mannschaft, die anders agierte als vorgesehen, ins Leere. Beispielsweise übernahm der zentrale Schalker Dienstleister und neue Kapitän Omar Mascarell nicht wie erwartet den Spielaufbau. Roses Umstellungen zur Pause, die Schalke auf den starken Flügeln bremsen sollten, erwiesen sich ebenfalls als Fehlschlag. Der Trainer öffnete das Zentrum, indem er Zakaria nach vorn schob, und prompt durfte Serdar, von Gregoritsch freigespielt, durch Gladbachs defensive Mitte spazieren und sich die Ecke für den Torschuss aussuchen.

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