DFB-Pokal:Hazard beendet die BVB-Tristesse - Freiburg rettet sich in letzter Minute

DFB Cup - Second Round - Borussia Dortmund v Ingolstadt

Marius Wolf und Thorgan Hazard feiern gemeinsam.

(Foto: Wolfgang Rattay/Reuters)

Dortmund tut sich gegen Ingolstadt lange schwer, erst der eingewechselte Belgier knackt die Abwehr des Außenseiters. Der HSV und Freiburg gewinnen ihre Elfmeterschießen - der Sportclub erreicht es gerade so dank Keven Schlotterbeck.

Thorgan Hazard hat Titelverteidiger Borussia Dortmund nach langer Tristesse den Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals beschert. Der in der 71. Minute eingewechselte belgische Nationalspieler ebnete mit seinen zwei Treffern (72./81.) den Weg zum mühevollen 2:0-Erfolg über das Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt. Vor der für Dortmunder Verhältnisse Mini-Kulisse von 25 813 Zuschauern im Signal Iduna Park, in den 67 000 Fans gedurft hätten, hatte sich der Bundesliga-Zweite lange Zeit schwer getan, wurde aber durch Hazard erlöst. Damit muss der Ende September verpflichtete Ingolstädter Trainer Andre Schubert weiter auf seinen ersten Sieg an neuer Wirkungsstätte warten.

"Es war schwierig. Sie haben ihren Strafraum gut verteidigt", meinte der Doppel-Torschütze. "Wir hätten früher treffen können. Manchmal ist es einfacher, später ins Spiel zu kommen." Ingolstadt sei ziemlich müde gewesen. "Ich hatte ein bisschen Glück, beim zweiten Tor war ich wohl im Abseits", gab Hazard zu. In der zweiten Pokalrunde gibt es keinen Videoschiedsrichter.

BVB-Trainer Marco Rose ließ Kapitän Marco Reus und Abwehrspieler Manuel Akanji zunächst auf der Bank. Ganz verzichten mussten die Gastgeber auf Neuzugang Donyell Malen wegen eines Magen-Darm-Infekts. Insgesamt fehlten den Dortmundern gleich zehn Spieler. Die vielen Umstellungen in der Startelf und der große Personalnotstand machten dem BVB gegen den Zweitliga-Letzten zu schaffen. Zwar übernahm er von Beginn an die Regie, erspielte sich bei aller Dominanz jedoch keine Torchancen. Gegen die sehr defensiv ausgerichteten Zweitligisten mangelte es dem Aufbauspiel an Tempo, Ideen und Tiefe. So musste Gäste-Keeper Fabijan Buntic in den ersten 25 Minuten nur selten eingreifen.

Erstmals Torgefahr erkennbar war in der 27. Minute als Marius Wolf den FC-Schlussmann mit einem Fernschuss von der Strafraumgrenze prüfte und Jude Bellingham nur wenige Sekunden später aus ähnlicher Entfernung die Latte traf. Ein Tor von Mats Hummels (32.) wurde wegen Foulspiels seines Teamkollegens Emre Can nicht anerkannt.

Ingolstadt setzte bei Dortmunder Ballbesitz auf zwei Fünferketten, um den Spielfluss zu unterbinden - und hatte damit lange Erfolg. So blieb die Partie in der erste Halbzeit über weite Strecken unansehnlich. Torjäger Erling Haarland wurde bei den Westfalen schmerzlich vermisst. Der BVB erhöht nach der Pause etwas das Tempo. Steffen Tigges (52.) sorgt per Kopf für den zweiten Lattentreffer der Borussia. Danach fiel den Dortmundern gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Ingolstädter schon wieder nichts mehr ein. In wachsender Not wechselte Trainer Rose in der 71. Minute in Reus und Hazard zwei Profis ein, denen er eigentlich lieber eine Pause gegönnt hätte.

Die Maßnahme machte sich schon eine Minute später bezahlt, als Hazard zur ersehnten Führung traf. Neun Minuten später war es erneut der Belgier, der auf Pass von Julian Brandt, zur Stelle war und endgültig für die Entscheidung sorgte.

HSV und Freiburg gewinnen ihr Elfmeterschießen

Erst im Elfmeterschießen hat der SC Freiburg seine Erfolgsserie auch im DFB-Pokal fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich gewann beim Drittligisten VfL Osnabrück unerwartet mühsam mit 3:2 in den Duellen vom Punkt und erreichten im Nachsitzen das Achtelfinale. Nach der Verlängerung hatte es 2:2 (1:1, 1:0) gestanden. SC-Torhüter Benjamin Uphoff hielt drei Elfmeter. Keven Schlotterbeck (120.) hatte Freiburg kur vor Ende der Verlängerung in die Elfmeterduelle gerettet. Zuvor hatte Sebastian Klaas mit seinem Treffer in der 108. Spielminute den VfL ganz nach an den Sieg herangebracht.

Die Niedersachsen hatten mit der letzten Aktion der regulären Spielzeit durch einen Treffer von Lukas Gugganig (90.+7) den Ausgleich erzwungen. Torschütze für die Gäste war Vincenzo Grifo, der in der 33. Minute einen Patzer von Torhüter Philipp Kühn nutzte. Osnabrücks Ba-Muaka Simakala (116.) sah kurz vor Schluss der hektischen Verlängerung noch Gelb-Rot.

Auch der Hamburger SV hat sich im Duell gegen den 1. FC Nürnberg ins Achtelfinale des DFB-Pokals gezittert. In einem Cup-Fight voller Emotionen setzte sich die Mannschaft von Trainer Tim Walter am Dienstagabend erst im Elfmeterschießen mit 4:2 beim ebenbürtigen Zweitligarivalen durch.

DFB Cup - Second Round - TSV 1860 Munich v Schalke 04

15 000 Fans besuchten das Spiel.

(Foto: MICHAELA REHLE/REUTERS)

Die Nürnberger Lino Tempelmann und Asger Sörensen vergaben vor 19 267 Zuschauern ihre Strafstöße. Nach 120 packenden Minuten hatte es 1:1 (0:1) gestanden. Jonas David hatte den offensiv zwingenderen HSV in der 45. Minute in Führung geschossen, Taylan Duman (59.) bescherte dem FCN den Ausgleich.

Mainz muss in die Verlängerung

Joker Marcus Ingvartsen hat den Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 erstmals seit vier Jahren wieder ins PAchtelfinale des DFB-Pokals geschossen und Arminia Bielefeld einen weiteren sportlichen Tiefschlag versetzt. Der Däne traf am Dienstagabend vor 9000 Zuschauern in der 114. Minute zum 3:2 (0:1, 2:2) nach Verlängerung und entschied damit das rasante Zweitrundenduell mit dem Bundesliga-Vorletzten.

Masaya Okugawa (2.) hatte die Ostwestfalen früh in Führung gebracht. Jonathan Burkardt (53.) und Karim Onisiwo (59.) drehten nach der Pause die Partie, ehe der erst 22 Minuten zuvor eingewechselte Torgarant Fabian Klos (89.) die bis zur letzten Sekunde kämpfenden Gäste in die Verlängerung köpfte. Dort hatte Mainz dank Ingvartsen aber das bessere Ende für sich.

Leipzig gewinnt knapp in Babelsberg

RB Leipzig hat mit einem mühsamen Arbeitssieg das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Beim wacker kämpfenden Regionalligisten SV Babelsberg 03 gewann der Bundesliga-Vizemeister am Dienstagabend sein Zweitrunden-Duell glanzlos mit 1:0 (1:0). Der Pokalfinalist der vergangenen Saison darf weiter von der erneuten Endspiel-Teilnahme am 21. Mai in Berlin träumen. Dominik Szoboszlai (45.) brachte den haushohen Favoriten mit seinem goldenen Treffer in die Runde der letzten 16 (18. und 19. Januar 2022). Für die viertklassigen Babelsberger endete eine erfolgreiche Pokal-Saison, in der ersten Runde hatte das Team um den Ex-Leipziger Daniel Frahn Erstliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth im Elfmeterschießen ausgeschaltet.

Hertha siegt mühevoll

Der Traum vom Finale im eigenen Stadion lebt: Nach einem Kraftakt steht Fußball-Bundesligist Hertha BSC im Achtelfinale des DFB-Pokals. Die Berliner setzten sich beim Regionalligisten Preußen Münster mühevoll mit 3:1 (1:1) durch und schafften damit zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren den Sprung unter die besten 16 Teams.

Vor 11.037 Zuschauern im ausverkauften Preußenstadion trafen Stevan Jovetic (3.), Ishak Belfodil (79.) und Marco Richter (83.) für die Gäste. Thorben-Johannes Deters (41.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Der Außenseiter spielte nach Gelb-Rot gegen Nicolai Remberg (45.+1, unsportliches Verhalten) eine Halbzeit lang in Unterzahl, den Vorteil nutzte Hertha spät aus.

Hoffenheim hat keine Probleme mit Kiel

Mit einem kuriosen Eigentor-Doppelpack hat der kriselnde Vorjahres-Halbfinalist Holstein Kiel sein Aus im DFB-Pokal in Eigenregie eingeleitet. Die Norddeutschen, die in der 2. Liga auf den viertletzten Tabellenplatz abgestürzt sind, unterlagen in der 2. Runde am Ende 1:5 (0:2) beim Bundesligisten TSG Hoffenheim. Die Kieler Johannes van den Bergh (3.) und Hauke Wahl (31.) bugsierten den Ball jeweils ins eigene Tor. Zwei Eigentore im DFB-Pokal hatte es zuletzt 1977 bei der Partie zwischen der TuS Rosenberg und dem MSV Duisburg (1:11) gegeben.

Zudem trafen Angelo Stiller (59.), Munas Dabbur (72.) und Jacob Bruun Larsen (84.) für die Kraichgauer, die sich auf dem Weg ins Achtelfinale kaum Nachwirkungen der jüngsten Liga-Klatsche bei Bayern München (0:4) anmerken ließen. Jene Bayern hatten die Kieler im vergangenen Jahr in der 2. Runde sensationell aus dem Wettbewerb geworfen. Aus solchen Überraschungen wird diesmal nichts - trotz des Tores von Phil Neumann (47.).

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