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Schalke 04:Bei Nabil Bentaleb kam eine Knie-OP dazwischen

Schalke ist ein exemplarischer Fall, wie schnell ein Großklub und Umsatzriese in Nöte gerät, wenn er in der Hochpreisphase die falschen Spieler kauft und den Wertverlust nicht kompensieren kann. Bis zum Schließen des Transferfensters war man nun damit beschäftigt, die überzähligen teuren Posten zu veräußern, die das Einkaufsbudget belasten. Bei Jewgen Konopljanka (ging zu Schachtar Donezk) ist das gerade noch geglückt, bei Nabil Bentaleb kam just in der Entscheidungsphase eine Knieoperation dazwischen. Schneider versichert jetzt tapfer, dass der balltechnisch versierte, aber anerkannt eigensinnige Franko-Algerier nach der Genesung wieder eingereiht werden soll: "Warum denn nicht? Dass er ein hervorragender Mittelfeldspieler ist, das steht außer Zweifel."

Dennoch sehen sich die Schalker nicht als Verlierer des Transfersommers. Der Verein hat sich keine Alternative zum wackeren Mittelstürmer Guido Burgstaller leisten können, aber er hat an anderer Stelle den mindestens genauso dringenden Nachholbedarf gestillt, indem er seine sportliche Organisation auf den Stand und das Niveau der enteilten Konkurrenten brachte - von Vereinen wie Frankfurt und Hoffenheim oder Stuttgart und Köln, die sich offenbar auskennen auf dem Spielermarkt. Schalke hat zwar in den vergangenen Jahren für die Profiabteilung viel Geld ausgegeben - aber beim Scouting und bei der Kaderplanung war der vormalige Manager Christian Heidel sehr sparsam.

Seine Scouts beobachteten Spieler nicht an Ort und Stelle, sondern am Computer; sein Kaderplaner war der 32-jährige Cheftrainer Domenico Tedesco, der im Sommerurlaub stundenlang Videos schaute. Das führte dann unter anderem zum sündteuren Kauf von Sebastian Rudy - obwohl man ein paar Wochen zuvor für die gleiche Mittelfeld-Position bereits Omar Mascarell und Suat Serdar erworben hatte. Rudy ist nun wieder in Hoffenheim.

Schalke hat jetzt einen Technischen Direktor, Michael Reschke, der sich um die Transfers kümmert, und einen Stab von Fachleuten, die dem Trainer David Wagner zuarbeiten, und Jochen Schneider versichert, eben deswegen sei er mit der abgelaufenen Transferphase "total zufrieden: Im Verein und rund um die Mannschaft ist uns ein Wechsel gelungen - ein anderes Denken und Arbeiten".

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