Schalke 04 besiegt Basel:Draxler trifft zum 1:0

Während Joel Matip aus dem Mittelfeld in die Verteidigung wechselte, rückte Boateng ins Zentrum ein, und Szalai bezog den Posten in der Angriffsspitze. Schon seine erste Aktion bescherte dem Spiel den Wendepunkt: Ivanov stoppte den Ungarn am Strafraum mit einem plumpen Foul, das Schiedsrichter Tagliavento als Notbremse identifizierte, und schlagartig änderte sich nicht nur das Zahlenverhältnis auf dem Platz, sondern gleich das ganze Bild.

Plötzlich war Schalke der Chef im Haus, und der Chef unter den Chefs war Julian Draxler, der das Spiel seiner Elf lenkte und prägte. Seine kunstfertige Ballbehandlung warf Fragen auf. Zum Beispiel: Wie ist das menschenmöglich?

Ein Tor wollte bis zur Halbzeit trotzdem nicht mehr fallen. Aber auch nach dem Wechsel blieb Schalke offensiv, und gerechterweise blieb es Draxler vorbehalten, das erste Tor zu schießen. Eine Flanke von Farfán legte er so sanft in die Ecke, als wäre der Ball ein rohes Ei (51.). Und der nächste Treffer sollte nicht lange auf sich warten lassen. Bei einem Freistoß von Farfán stellte die Basler Abwehr die Schalker Angreifer ins Abseits - was der Linienrichter allerdings anders wahrnahm. So standen vier Königsblaue allein vor Yann Sommer, und Matip schob den Ball locker in die Ecke. Proteste der zurecht entsetzten Schweizer fanden kein Gehör, das 2:0 blieb eine Tatsache (57.).

Mit zehn Mann fand Basel nicht mehr die Kraft und die Mittel. Das Spiel, das als Nervenschocker angekündigt war, lief friedlich auf sein Ende zu, die Hausherren konnten es sich leisten, ein halbes Dutzend luxuriöser Chancen zu verschleudern. Beunruhigend war aus Schalker Sicht nur der Muskelfaserriss, den sich Draxler einhandelte - es sehe so aus, als ob er wie auch Höwedes "in diesem Jahr nicht mehr spielen können", stellte Keller fest. Draxlers Mitspieler aber vollendeten das Werk, das er begonnen hatte.

© SZ vom 12.12.2013/ebc
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