Süddeutsche Zeitung

Schach-WM:Caruana bremst sich mit einem Bauernzug selbst aus

  • Auch das achte Spiel der Schach-WM endet ohne Schachmatt.
  • Fabiano Caruana entfaltet mit den weißen Steinen ein dynamisches Spiel. Doch dann gibt er das Tempo aus der Hand.

Herausforderer Fabiano Caruana hat bei der Schach-WM in London den ersten Sieg gegen Weltmeister Magnus Carlsen noch aus der Hand gegeben. Der US-Amerikaner kam in einer teilweise fulminanten achten Partie trotz zwischenzeitlicher Vorteile nur zu einem Remis, zwischen beiden Kontrahenten steht es 4:4. Die ersten sieben Partien endeten ebenfalls mit einer Punkteteilung. Das Duell wird am Mittwoch (16 Uhr) fortgesetzt.

Caruana eröffnete erneut mit dem Doppelschritt des e-Bauern, es entwickelte sich anschließend eine scharfe Variante der Sizilianischen Verteidigung. Der US-Amerikaner spielte sehr schnell und machte wieder den Eindruck einer tieferen Vorbereitung.

Carlsen agierte seinerseits ebenfalls aggressiv, geriet aber immer stärker unter Druck und verbrauchte früh einen Großteil seiner Bedenkzeit. Allerdings entschied sich Caruana im Mittelspiel überraschend zu einem schwachen Bauernzug und verlor dadurch die Initiative. Der Titelverteidiger nutzte die Möglichkeit aus und verbesserte seine Stellung Stück für Stück. Dies reichte letztendlich nach etwas weniger als vier Stunden zum Remis.

Carlsen hatte sich 2013 mit 22 Jahren zum zweitjüngsten Weltmeister der Geschichte gekrönt und verteidigte seinen Titel seither zweimal erfolgreich. Er führt seit 2011 die Weltrangliste an, Caruana liegt dahinter auf Platz zwei. Für einen Sieg gibt es einen Punkt, bei Remis erhalten beide Kontrahenten jeweils einen halben. Erreicht ein Spieler 6,5 Zähler, ist das Duell beendet. Bei Gleichstand nach dem zwölften Spiel wird ein Tiebreak mit verkürzter Spielzeit gespielt.

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Sz.de/sid/schm
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