Der FC St. Pauli hat nach dem Bundesliga-Aufstieg seinen ersten Starspieler verpflichtet - allerdings nicht für seine Fußball-Sparte. Schach-Mehrfachweltmeister Magnus Carlsen spielt in der kommenden Bundesliga-Saison für die Hamburger. Das teilte der Klub am Donnerstagabend mit.
"Ich freue mich, Teil der coolsten Marke in Deutschland zu sein", sagte Carlsen. Zustande kommt die Kooperation dank einer neuen Partnerschaft zwischen Paulis Schachabteilung und der Weissenhaus Chess Academy.
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Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und wird auch gemeinsame kommunikative Maßnahmen mit Carlsen beinhalten. "Wir freuen uns alle riesig auf Magnus bei uns am Millerntor. Wir wollen uns langfristig 'oben' etablieren", sagte Thomas Schüttler, Abteilungsvorstand FC St. Pauli Schach.
Carlsen kehrt ein Stück weit zu seinen Wurzeln zurück. Der 33-jährige Norweger kennt die Bundesliga, als junger Teenager spielte er in der Saison 2004/05 für die Schachfreunde Neukölln. Später war er für die OSG Baden-Baden aktiv. Rainer Polzin, der Carlsen einst für die Berliner Schachfreunde gewann, erinnerte sich an das Talent. "Wie er am Brett saß, wie er gespielt hat, wie er die Gegner geschlagen hat - es war klar, dass dieser Spieler mal richtig groß wird", sagte er im Podcast "Scambit". Carlsen wurde der größte seiner Generation und einer der besten Schachspieler der Geschichte. Von 2013 bis 2023 war er Weltmeister. Vor einem Jahr verzichtete er auf den Titel. Zudem gewann er mehrmals WM-Titel im Blitz- und Schnellschach.
Für die Schachbundesliga ist die Rückkehr des Norwegers ein Riesengewinn. "Hochattraktiv" sei das, sagte Vizepräsident Reinhard Ahrens dem Sportinformationsdienst: "Es ist der einzige Name eines Spielers, der auch außerhalb der Schachwelt einen gewissen Bekanntheitsgrad hat."
Für St. Pauli, das in der Schachbundesliga unter anderem auf Bayern München und Werder Bremen trifft, geht es nach dem Aufstieg zunächst um den Klassenerhalt. Garantiert ist dieser trotz Carlsens Verpflichtung nicht. Die Teams bestehen aus acht Spielern, Carlsen besetzt nur eine dieser Positionen und kann nur einen Sieg einfahren. "Wenn die anderen nicht auch punkten, dann ist ein Einzelsieg von Magnus Carlsen nicht so viel wert", sagte Ahrens: "Es wird darauf ankommen, ob es St. Pauli gelingt, das Team noch an weiterer Position so zu verstärken, dass sie in der Liga mithalten können."
Auch bleibe abzuwarten, wie oft Carlsen tatsächlich mitspielen werde. Sicher ist St. Pauli aber Aufmerksamkeit und ein gewisser Glamour-Faktor. Wenn der FC Bayern in ein paar Monaten in der Fußball-Bundesliga ans Millerntor reist, sind dafür dann Harry Kane und Co. zuständig.

