Transfer von Azmoun bei Bayer 04Es könnte spektakulär werden in Leverkusen

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Ein Iraner für Leverkusen: Sardar Azmoun kommt aus St. Petersburg.
Ein Iraner für Leverkusen: Sardar Azmoun kommt aus St. Petersburg. Alexander Demianchuk/Itar-Tass/imago

Der Bundesligist verpflichtet in dem iranischen Nationalspieler Sardar Azmoun einen souveränen Techniker, der auf dem Platz zu besonderen Dingen fähig ist - seine Vita prägen Erfolge in Russland.

Von Philipp Selldorf, Leverkusen

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Ein Foto, das die iranische Nachrichtenagentur Tasnim News Agency verbreitete, ist eines der wenigen Bild-Dokumente, das von der Liaison zwischen Sardar Azmoun und Bayer Leverkusen zeugt. Es zeigt den 27 Jahre alten iranischen Nationalspieler bei der Vertragsunterschrift neben Leverkusens Kaderplaner Tim Steidten und wurde vor einigen Tagen in Dubai aufgenommen, wo Azmouns Klub Zenit St. Petersburg ein Trainingslager unterhielt.

In Deutschlands Sportmedien blieb das Echo auf die Verpflichtung des Stürmers bescheiden, und die Resonanz nahm auch am Sonntag nur geringfügiges Volumen an, als Leverkusen verriet, dass der Transfer nicht wie geplant im Sommer verwirklicht werde, sondern sofort erfolge. Im Sommer hätte Azmoun keine Ablöse gekostet, nun wird eine Entschädigung an den russischen Meister Zenit fällig, die irgendwo zwischen zwei und vier Millionen Euro liegen dürfte. Inoffiziell kommuniziert wurde "ein niedriger einstelliger Millionenbetrag". Die verharmlosende Floskel täuscht darüber hinweg, dass es sich um ein spektakuläres Geschäft handeln könnte.

Azmoun ist ein Spieler wie Max Kruse, er schießt entweder selbst Tore oder sie legt für die Mitspieler auf

Der Name Sardar Azmoun mag hierzulande nicht den Klang des Namens Max Kruse haben, der am Börsen-Wochenende die Schlagzeilen absorbierte, aber die beiden Spieler haben möglicherweise einige Gemeinsamkeiten. Beide gehören zu der Klasse von Spielern, die Spiele im Handstreich entscheiden. Sie schießen entweder selbst Tore oder sie legen für ihre Mitspieler die entscheidende Fährte.

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Beide haben als souveräne Techniker eine enge Beziehung zum Ball, aber mit der Nähe übertreiben sie es nicht: Sie können sich schnell vom Ball trennen, wenn es für das Spiel opportun ist. Wie Kruse ist Azmoun ein Spieler, der etwas Besonderes an sich hat. Er wuchs in Iran auf und kam als 17-Jähriger in den russischen Fußball, bei Rubin Kazan startete er seine Laufbahn, mit 18 debütierte er in der ersten Liga. Vor drei Jahren wechselte er zu Zenit St. Petersburg und wurde seitdem dreimal Meister.

Azmoun hat 60 Länderspiele bestritten und bei der WM gespielt, er wurde Schützenkönig der Saison und als Spieler des Jahres ausgezeichnet, aber die russische Liga liegt nach wie vor ein wenig außerhalb des Radars der Spitzenklubs in den Spitzenligen. Er rief zwar Interesse bei verschiedenen italienischen Vereinen hervor, und auch Schalke 04 hat sich mal mit ihm beschäftigt, aber am meisten bemüht hat sich offenbar Bayer 04.

Schon im Sommer wollte Leverkusen das Geschäft machen, doch Zenit verlangte 25 Millionen Euro Ablöse. So vertagten Azmoun und Bayer die Zusammenarbeit auf 2022, und als sie sich in Dubai zum Vertragsschluss trafen, verärgerten sie die Russen damit so sehr, dass der Handel nun zum Sonderpreis zustande kam.

Trainer Gerado Seoane wird es in naher Zukunft somit noch etwas schwerer haben, eine Auswahl in seinem luxuriösen Kader zu treffen. Azmoun ergänzt die Torjäger-Abteilung mit Patrik Schick und Lucas Alario, er kann aber auch den Spielmacher Florian Wirtz unterstützen oder die Flügel bedienen. Noch haben es nicht viele mitbekommen, aber wie gesagt: Es könnte spektakulär werden.

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