Leroy Sané Eher nicht zum FC Bayern

Will nicht zum FC Bayern gehen: Leroy Sané bei einem Länderspiel im Juni

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der FC Bayern wäre bereit, für Leroy Sané eine hohe Ablösesumme zu zahlen.
  • Doch der Flügelspieler von Manchester City zieht es offenbar vor, in der Premier League zu bleiben.
  • Dies habe er nach SZ-Informationen vor einigen Wochen angedeutet.
Von Benedikt Warmbrunn

Ein letztes Hintertürchen im Werben um Leroy Sané hat Uli Hoeneß offen gelassen. "Wenn er will, geht das schon", sagte der Präsident des FC Bayern über den deutschen Nationalspieler am Rande der Titelfeier der Basketballer am Sonntag. Die Höhe der Ablösesumme, die im hohen achtstelligen Bereich liegen dürfte, ist demnach das kleinere Probleme. Das größere ist die Haltung des Flügelspielers von Manchester City.

Am Wochenende hatten mehrere Medien berichtet, dass Sané nicht nach München wechseln wolle. Auch nach SZ-Informationen hat der 23-Jährige bereits vor mehreren Wochen gesagt, dass er eher nicht zum FC Bayern gehen werde.

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Kurz vor dem Pokalfinale Ende Mai hatte Hoeneß öffentlich bestätigt, dass sich der Klub mit Sané beschäftigt, schon damals allerdings hatte er darauf hingewiesen, dass es schwierig werden dürfte, den Transfer auch abzuschließen. Seitdem haben sich Präsident Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge immer wieder verhalten dazu geäußert, ob das Gesamtpaket überhaupt zu finanzieren wäre. So hatte Hoeneß schon Anfang Juni dem Kicker gesagt: "Man muss ein bisschen skeptisch sein. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt, es geht um Beträge, die sind der Wahnsinn." Dass auch ein fehlendes Interesse Sanés zum Scheitern führen könnte, hatte Rummenigge in der vergangenen Woche erstmals in der Sport-Bild angedeutet: "Ein Transfer ist immer ein Drei-Parteien-Geschäft. Erst muss sich der Spieler entscheiden, wo er seine Zukunft sieht."

Die Lücke im Kader hätte Sané wohl fast alleine geschlossen

Mit Sané hatte sich der FC Bayern bereits 2016 beschäftigt, damals aber auf eine Verpflichtung verzichtet, da Arjen Robben und Franck Ribéry noch als gesetzt galten. Auch wegen dieser Absage soll Sané noch verstimmt sein. In der angekündigten Transferoffensive des FC Bayern wäre er in diesem Sommer der erste wirklich große Transfer für die Offensive gewesen.

Bisher hat der Klub zwei Defensiv-Allrounder verpflichtet, für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart Benjamin Pavard sowie für die Bundesliga-Rekordsumme von 80 Millionen Euro Lucas Hernández von Atlético Madrid. Hinzu kommt für drei Millionen Euro Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV, der aber eher perspektivisch zur Stammkraft werden könnte.

Sané hätte die Optionen in der Offensive der Münchner wesentlich erhöht. Für die drei Positionen hinter der einzigen Sturmspitze Robert Lewandowski hätte Trainer Niko Kovac dann die Auswahl gehabt aus Kingsley Coman, Serge Gnabry, Thomas Müller und eben Sané; alle vier sind variabel einsetzbar (wobei Müller sich sichtbar am wohlsten direkt hinter Lewandowski fühlt). Die Lücke im Kader, die Robben und Ribéry hinterlassen haben, hätte also Sané wohl fast alleine geschlossen.

Auch deshalb hatten mehrere Spieler des FC Bayern euphorisch dafür geworben, wie wertvoll Sané für die Mannschaft sein könnte. Dass dieser das Spiel entscheidend zuspitzen könnte, das sah zum Beispiel Lewandowski so. Der Angreifer hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass er gelegentlich vorne etwas einsam sei, am lautesten nach dem Aus im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool. Sie alle werden nun wahrscheinlich ein bisschen enttäuscht sein.

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