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Sandro Schwarz:"Ich habe gedacht, es sei der Abpfiff"

1. FSV Mainz 05 v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Trainer Sandro Schwarz sieht Gelb-Rot.

(Foto: Jörg Halisch/Getty)
  • Sandro Schwarz wird beim Mainzer 0:1 gegen Wolfsburg der erste Trainer der Bundesliga-Geschichte, der einen Platzverweis sieht.
  • In der Schlussphase war er auf den Platz marschiert und rief, nachdem er Gelb sah, Schiedsrichter Brych etwas entgegen - wofür er die zweite Gelbe bekam.
  • Im nächsten Spiel in einer Woche beim Tabellenletzten SC Paderborn ist er gesperrt.

Sandro Schwarz lief also einfach mal los, mit großen Schritten marschierte er von seiner Coaching Zone auf den Rasen. Doch weil Schwarz Fußballtrainer ist und das Spiel seines FSV Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg um ihn herum noch lief, stellte sich der Laufweg als nicht der beste an diesem Samstagnachmittag heraus. Schwarz sah die gelbe Karte vom Schiedsrichter Felix Brych und rief diesem dann noch ein paar Worte entgegen.

"Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich gesagt habe", sagte Schwarz. "Wahrscheinlich war es mein Gesichtsausdruck, keine Ahnung", sagte er bei Sky. Ganz glücklich war er selbstredend nicht. Die Sätze mochte man ihm durchaus abnehmen - und auch die Erklärung, die er hinterherschob erschien einleuchtend: "Ich habe gedacht, es sei der Abpfiff gewesen." Daher sei er aufs Feld gelaufen. Da es jedoch ein gewöhnlicher Freistoßpfiff war, den Brych abgab, wohnte ein ganzes Stadion einer Premiere in der 57. Bundesliga-Spielzeit bei.

Schwarz sah für sein Meckern noch eine weitere gelbe Karte und somit Gelb-Rot. Er ist damit der erste Coach, der in der Liga vom Platz gestellt wurde, was seit einer Regeländerung vor dieser Saison möglich ist. "Beleidigt habe ich ihn auf keinen Fall", sagte der 05-Trainer. In der dritten Liga flog bereits am ersten Spieltag Magdeburgs Co-Trainer Silvio Bankert vom Platz.

In sechs Spielen gab es fünf Niederlagen für Mainz

Im nächsten Spiel in einer Woche beim Tabellenletzten SC Paderborn ist er gesperrt, was ziemlich ungünstig ist: Die Mainzer selbst sind derzeit ja auch nur Tabellenvorletzter. In sechs Spielen gab es fünf Niederlagen, so schlecht waren sie einzig 2005/06 in die Bundesliga-Spielzeit gestartet. Gegen Wolfsburg unterlagen sie trotz einer starken Schlussphase 0:1 (0:1). Zu schwach waren sie im Abschluss.

FSV-Sportvorstand Rouven Schröder, der kurz hinter Schwarz ebenfalls auf den Schiedsrichter zumarschierte, nahm den Coach hinterher in Schutz. "Es ist natürlich bitter für uns, wenn der Trainer gesperrt ist. Das müssen wir sacken lassen, das ist eine neue Situation."

Dass bei dieser neuen Situation nun das Auswärtsspiel bei einem direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib ansteht, verschönert die Lage nicht unbedingt für die Mainzer. Der 40-Jährige Schwarz meinte: "Man muss sich jetzt mit der Situation beschäftigen, wie das nächste Woche funktionieren soll." Auf jeden Fall ohne Platzbegehung von Sandro Schwarz, so viel ist schon einmal klar.

© SZ vom 29.09.2019/chge
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