Pellegrino Matarazzo, 48, wurde in Bergen County geboren, im US-Bundesstaat New Jersey, im Schoße einer italienischen Einwandererfamilie. Als Kind wuchs er mit Liedern aus der Heimat der Ahnen auf, im Chevy der Eltern lief oft „Nu jeans e ’na maglietta“ des neapolitanischen Sängers Nino D’Angelo.
Am Samstag schrieb der frühere Bundesliga-Coach Matarazzo (Stuttgart, Hoffenheim) als Trainer von Real Sociedad San Sebastián Geschichte – er wurde der erste US-Trainer, der in einer Top-5-Liga Europas einen Titel holte – und war gerührt. So wie am Vorabend, als ihm ein Journalist der Gazzetta dello Sport einen Videogruß von D’Angelo schickte. Er sei nun Fan, sagte D’Angelo und spielte am weißen Piano ein paar Noten aus „Nu jeans …“.
Matarazzo, der Real Sociedad im Dezember als Abstiegskandidat übernommen hatte, war der große, aber nicht der einzige Protagonist des Pokalfinales von Sevilla, das im Elfmeterschießen entschieden wurde (4:3), nach 120 Minuten hatte es gegen Atlético Madrid 2:2 gestanden. Die Fans der „txuri-urdin“ (Blauweißen) erinnerten mit einer großen Choreo an Aitor Zabaleta, der 1998 von faschistischen Atlético-Fans erstochen wurde. Kapitän Oyarzábal schmückte den Pokal mit einem Zabaleta-Trikot. Und dass Pablo Marín – einer von zehn Spielern aus dem eigenen Nachwuchs, die zum Einsatz kamen – den letzten Elfmeter verwandelte, hatte eine Binnengeschichte. Beim vorangegangenen Pokalsieg (2020) war er Balljunge gewesen.
„Ich habe das Gefühl, dies ist erst der Anfang“, sagte Matarazzo, und wer ihn am Samstag sah, berichtet, er habe große Augen bekommen, als er erfuhr, dass das Europa-League-Finale 2027 in Frankfurt stattfindet, in seiner früheren Wahlheimat Deutschland. San Sebastián ist durch den Cup-Sieg automatisch für die Europa League qualifiziert.

