Sammer beim FC Bayern:Mahner mit Zukunft

Lesezeit: 2 min

Matthias Sammer: Rhetorisch in Topform (Foto: Bongarts/Getty Images)

Matthias Sammer deutet an, dass er seinen Vertrag als Sportvorstand beim FC Bayern verlängern wird. Bis alles fix ist, macht er wieder, was er am besten kann: Mahnungen aussprechen.

Von Benedikt Warmbrunn, München

Und wieder hatte niemand Matthias Sammer in den Arm genommen. Niemand hatte ihm gesagt, dass er wichtig sei für den Verein, auch nach diesem Sommer, in dem der FC Bayern Michael Reschke als Kaderplaner verpflichtet hat. Niemand also hatte Matthias Sammer gesagt, dass er doch einfach mal ganz entspannt dem Wochenende entgegenblicken könnte. Daher hat Sammer das gemacht, was er als Sportvorstand des FC Bayern am besten kann: Er hat gemahnt.

Am Ende der Saison läuft Sammers Vertrag aus, schon vor Wochen hat er gesagt, dass er gerne bleiben würde, allein: Niemand aus dem Verein antwortete öffentlich. Am Freitag deutete Sammer an, dass er mit seinen Vorstandskollegen über eine Vertragsverlängerung gesprochen habe, es sei "nichts eingetütet", aber "alles besprochen". Sammer sagte: "Alles ist in Ordnung." Und um zu beweisen, wie wichtig er für den Verein ist als Stimmungsspürhund und als kritisches Korrektiv, sprach er noch ein paar zarte Mahnungen aus.

An diesem Samstag (15.30 Uhr) spielt der FC Bayern beim 1. FC Köln, die Mannschaft reist als Tabellenführer der Bundesliga an, abgesehen vielleicht von den vielen Verletzten ist also alles in Ordnung. Dennoch sagte der ewig aufmerksame Sammer: "Wer daran denkt, dass das schon irgendwie gehen wird - das wird nicht reichen." Der Sportvorstand erwartet eine "aggressive" Kölner Mannschaft und lobte sie überschwänglich ("sehr, sehr gute Grundordnung", "extrem geschlossen", "Kompliment!").

Sammer denkt an Köln

Der FC Bayern müsse eine "Top-Leistung" zeigen, um Tabellenführer zu bleiben - und diesen Platz will Sammer unbedingt behalten: "Alles andere wäre unangenehm." Ansprochen auf das Champions-League-Spiel am Dienstag in Moskau sagte Sammer: "Ich möchte ein bisschen davor warnen, ich halte es für mörderisch, jetzt schon daran zu denken."

Sammer dachte also an Köln. Daran, dass der Einsatz der Innenverteidiger Medhi Benatia und Jérôme Boateng aufgrund kleiner Blessuren unsicher ist. Daran, dass sich die Startelf durchaus verändern könnte: "Nicht zu rotieren, kommt dem Wahnsinn nahe." Und so lobte Sammer Xherdan Shaqiri, der sich am Dienstag gegen Paderborn aufgewärmt hatte - aber nicht eingewechselt wurde. Jeder sei wichtig, sagte Sammer, "denn wenn du auch noch traurig bist, fehlen ein paar Prozent".

Ihm hatte es sehr gefallen, dass Trainer Pep Guardiola nach dem Spiel Shaqiri in den Arm genommen hatte, Sammer fragte: "Ist es so, dass jeder Anerkennung bekommt?" Die Antwort auf diese Frage wird es auch in den nächsten Gesprächen über Sammers Vertrag geben.

© SZ vom 27.09.2014 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: