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Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski:Zwillinge vor der Trennung

Sami Hyypiä, Sascha Lewandowski, Bayer Leverkusen, Fußball Bundesliga

Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski: Es sieht so aus, als würde es das Leverkusener Gespann nicht mehr lange geben. 

(Foto: dpa)

In Leverkusen plant Trainer Lewandowski offenbar den Rückzug aus der Partnerschaft mit Teamchef Sami Hyypiä. Jupp Heynckes' langjähriger Assistent Peter Hermann könnte aus München zurückkehren - auch um Heynckes selbst gab es Gerüchte.

Beobachter schauten auf die Uhr, als Sami Hyypiä am Samstagabend in den Tiefen der BayArena ins Zwiegespräch mit Peter Hermann eintrat. Fünf Minuten dauerte der Dialog zwischen dem Teamchef von Bayer Leverkusen und dem Assistenztrainer des FC Bayern München, lange genug also, um die Hypothese aufzustellen, dass die beiden demnächst wieder regelmäßig miteinander zu tun haben könnten.

Zwei Jahre hatte der finnische Verteidiger in Leverkusen unter der Aufsicht des damaligen Co-Trainers Hermann trainiert, und wenn dieser im Sommer seine Tätigkeit in München beendet, dann benötigt Bayer 04 nach Lage der Dinge wieder einen lizenzierten Fachmann an Hyypiäs Seite, weil sich dessen bisheriger Partner Sascha Lewandowski offenkundig aus dem Profigeschehen zurückziehen möchte. Grund: Das große Fußballgeschäft ist ihm laut Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser "ein klein wenig suspekt".

Dass Peter Hermann zu seinem Stammverein zurückkehren könnte, ist tatsächlich eine sehr realistische Hypothese. Die Hälfte seines Lebens war der 60-Jährige als Spieler und Trainer in Leverkusen beschäftigt, seine Heimkehr wäre keine Sensation. Er hat dies am Samstag selbst nicht verneint, und Sportchef Rudi Völler hat entsprechende Überlegungen ebenfalls bestätigt ("ist vorstellbar").

Aber Hermann wird nicht jener Experte sein, der dem Trainerlehrling Hyypiä künftig im Bundesliga-Betrieb beisteht - ebenso wenig wie sein ebenfalls in Rückkehr-Spekulationen genannter Münchner Chef Jupp Heynckes. "Peter Hermann ist eine Bayer-Ikone, die hier mit offenen Armen empfangen wird. Ich glaube, wir haben eine gute Position für ihn - aber nicht bei der Profimannschaft", sagte Holzhäuser der SZ. Wahrscheinlich wird es eine Aufgabe in der Scouting-Abteilung geben.

Während sich Hermann und Hyypiä im Tiefgeschoss ins private Gespräch vertieften, hatte zwei Stockwerke höher Lewandowski das Wort. Das unorthodoxe Leverkusener Zwillingsmodell sieht vor, dass der eine Trainer - Hyypiä - vor dem Spiel spricht, und der andere - Lewandowski - danach. Nachdem er pflichtschuldig einige aufmunternde Worte zum ernüchternden 1:2 gegen die Bayern gesprochen hatte, sollte Lewandowski erklären, ob denn zutreffe, was Rudi Völler soeben erzählt hatte: Dass er, Lewandowski, mit seiner Zusage zögere, auch in der nächsten Saison die Arbeit mit Hyypiä fortzusetzen.

Der 41-Jährige bestätigte zwar Erwägungen, seinen Platz in der Profiabteilung zu räumen. Die Gründe, die Lewandowski nannte, haben aber nur auf Umwegen zu tun mit den in den vergangenen Tagen kursierenden Mutmaßungen über hierarchiebedingte Probleme in der Paarbeziehung.

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