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FC Bayern:Salihamidzic kommt ins Schwitzen

RB Leipzig - FC Bayern München

Hasan Salihamidzic wirkt nicht ganz sicher, ob Niko Kovac noch länger Bayern-Trainer bleibt.

(Foto: dpa)
  • Hasan Salihamidzic spricht im Aktuellen Sportstudio über die Situation beim FC Bayern.
  • Als es um Trainer Niko Kovac geht, äußert er sich zurückhaltend.
  • Zuvor hatte auch Karl-Heinz Rummenigge ein Bekenntnis zum Coach vermieden.

Die geballte Hitze des Schweinwerferlichts hatte Hasan Salihamidzic ganz schön eingeheizt, der Bayern-Sportdirektor saß Samstagabend im Aktuellen Sportstudio des ZDF und es sammelten sich feine Schweißperlen auf seiner Stirn. Salihamidzic, der als Spieler quasi von Schweiß und Arbeit lebte und es damit zu einer bemerkenswerten Karriere brachte, musste ein paar heikle Themen durchschiffen - vielleicht wurde ihm deswegen noch zusätzlich warm.

Es war ein wackerer, in Teilen aber auch gehemmter Auftritt des Mannes, der bei den Bayern derzeit in einem Riesendilemma steckt. Einerseits fehlt ja nur noch ein klitzekleines Unentschieden am letzten Spieltag zur Meisterschaft, die man mit dem Pokalsieg sogar noch toppen könnte. Andererseits spielt die Mannschaft unter Trainer Niko Kovac seit Monaten erkennbar keinen begeisternden Fußball. Salihamidzic formulierte deshalb sein Vorab-Fazit dieser Saison so: "Wenn wir Meister werden, wird es eine Zwei plus. Wenn nicht, war das eine Scheiß-Saison."

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Das ist insofern verständlich, als der kostbare Vorsprung auf Borussia Dortmund nach dem 0:0 in Leipzig wieder auf zwei Pünktchen geschmolzen ist. So eng ging es zuletzt 2009 zu, als die Bayern vor dem 34. Bundesliga-Spieltag zwei Zähler hinter dem VfL Wolfsburg lagen - und danach auch. Salihamidzic nahm die Situation zum Anlass, ein paar kämpferische Aussagen zu tätigen. Was blieb ihm auch anderes übrig.

Er hatte einiges zu erzählen und doch wirkte vieles statisch. Lockerheit kam beim Interview mit Moderator Jochen Breyer nur auf, als Salihamidzic von den Tagen erzählte, als er überall noch "Brazzo" hieß. Als er mit 15 Jahren alleine aus dem Balkankrieg floh und nach Hamburg ging, um Profi-Fußballer zu werden. Als die Sprache aber auf seine jetzige Tätigkeit als Verantwortlicher des FC kam, wirkte er verkrampft. So ließ er ausgerechnet beim Thema Niko Kovac Entscheidendes offen. Auf die Frage, ob Kovac auch in kommende Saison die Bayern trainieren werde, sagte Salihamidzic zwar: "Der Trainer hat volle Unterstützung. Die Fakten sprechen für Niko Kovac."

Doch ein echtes Bekenntnis vermied er tunlichst. Ein tonnenschweres Zögern setzte ein, Salihamidzic ruderte und wich aus, letztlich antwortete er auf die Frage, wie es am Saisonende weitergehe, "das werden wir sehen". Das war bemerkenswert, schließlich hätte er bei voller Überzeugung auch sagen können: "Ja, ich würde gerne mit Kovac weitermachen. Punkt." Stattdessen klangen Salihamidzics Ausflüchte so: "In diesen Zeiten, wo wir Vieles erreichen und Titel gewinnen können, sind wir gut beraten, unsere Energie nicht auf Personalüberlegungen zu verlieren." Er mache sich jetzt keine Gedanken über den Trainer, dessen Vertrag bis 2021 Bestand habe.

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Richtig glaubhaft wirkte er lediglich, als er feststellte, dass er in alldem nur für sich sprechen könne. Angesichts weiterer maßgeblicher Bayern-Entscheider wie Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge steht Salihamidzic irgendwie zwischen den Stühlen. Immerhin wies er Berichte über ein angebliches Treffen in Madrid mit Julen Lopetegui, dem ehemaligen spanischen Nationaltrainer und Ex-Coach von Real Madrid, zurück. "Ich war in Madrid, aber ich habe mich nicht mit ihm getroffen", sagte der Sportdirektor. Er habe sich dort mit einem Berater getroffen, aber nicht mit dem von Lopetegui. "So etwas würde ich nicht machen", betonte Salihamidzic. Er arbeite jeden Tag mit Kovac zusammen: "Ich würde ihn nicht hintergehen."