Ryder Cup im Golf:Hier geht es zum US-Team

Brooks Koepka (2.): Viele dachten, McIlroy, Spieth, Dustin Johnson würden 2018 abräumen - es war dieser 28-Jährige aus Florida. Koepka, kräftig wie ein Footballer, verteidigte seinen US-Open-Titel, siegte bei der PGA Championship. Diese Majors in einem Jahr zu gewinnen, gelang nur Gene Sarazen, Ben Hogan, Jack Nicklaus, Tiger Woods. Großvater Dick Groat war Baseballer bei den Pittsburgh Pirates. Fährt gerne Jetski.

Dustin Johnson (3.): Einer der Dominatoren der vergangenen Jahre. Lange Nummer eins. Der 34-Jährige hat drei Stärken: einen Drive wie ein Kanonenschlag. Den lässigsten Gang. Ist nie gestresst. Das heißt, kürzlich war er es, aus privaten Gründen. Gerüchten, seine Ehe mit Paulina Gretzky, Tochter der kanadischen Eishockey-Ikone Wayne Gretzky, wackle, begegnete er mit einer Erklärung. Er räumte Probleme ein, aber man halte zusammen; die beiden haben zwei Kinder. War mal wegen Drogenmissbrauchs aufgeflogen, Zwangspause.

Ryder Cup im Golf: Team USA: Justin Thomas.

Team USA: Justin Thomas.

(Foto: AFP)

Justin Thomas (4.): Ryder-Cup-Neuling und doch routiniert wie ein Veteran. Ein Kind der Golfwelt. Vater Mike ist PGA zertifizierter Golflehrer. Hebt bei jedem Sieg einen Ball für Daddy auf. Stammt aus Louisville, Kentucky, wohnt in Jupiter, Florida, wo die Reichen wohnen. Schwärmt noch, wie er mit 13 eine Runde mit Ex-Basketballer Michael Jordan spielte. Ist aber der bodenständige Typ. So alt wie Jordan Spieth, startete nur später durch.

Rickie Fowler (7.): Der 29-jährige Kalifornier zählt zur Kategorie: Die Besten ohne Majortitel. War bei allen vier Majors nah dran. Dreimal Zweiter, einmal Dritter. Flache Schwungbewegung. Nachbar von Thomas in Jupiter. Sieht rebellisch aus, hat Tattoos, trägt golfuntypisch Puma als Marke, Hemden in Orange. Aber fokussiert, zielstrebig, genießt hohen Respekt. Ist mit US-Leichtathletin Allison Stokke verlobt.

Bryson DeChambeau (Wildcard/8.): Golfprofessor. Tüftler. DeChambeau, 25, aus Clovis, Kalifornien, gilt als "Brain". Versucht seine Sportart unter physikalischen Gesetzen zu verstehen. Studierte Physik. Alle Schäfte seiner Schläger sind gleich lang: 95,25 Zentimeter. Alle anderen verwenden Schäfte, die immer kürzer werden, vom Driver startend bis hin zu den Wedges für die kurzen Distanzen. Auch mit Griffdicken experimentiert er. Taufte jeden Schläger. Eisen 6 nennt er Juniper, wie Bahn 6 in Augusta. Schiebermütze. Hat deutsche Wurzeln mütterlicherseits.

Jordan Spieth (10.): Drei Majortitel, war Nummer eins, sein dritter Ryder Cup. Und immer noch erst 25. Diskutiert mit Caddie Michael Geller gern lange vor Schlägen. Kann sich gut selbst beschimpfen für Fehler. Skandalfrei. Setzt sich sehr für seine autistische Schwester ein. Das Time-Magazin zählte 2016 den Texaner aus Dallas zu den 100 einflussreichsten Menschen.

Bubba Watson (13.): Golferischer Cowboy. Der 39-Jährige aus Bagdad, Florida, schwingt die Schläger wie Lassos. Manche Schläge sehen wie Trick-Shots aus. Autodidakt, noch viel radikaler als Fowler. Gewann zweimal das Masters, bereits zwölf Siege auf der US Tour. Adoptierte mit Gattin Angie zwei Kinder. Sehr gläubig, spendet viel. Möchte mal Bürgermeister in seinem Wohnort Pensacola werden.

2018 Ryder Cup - Previews

Team USA: Bubba Watson.

(Foto: Getty Images)

Patrick Reed (14.): Ob er zum Ryder Cup passt? Sein Spitzname lautet Captain America. Das sagt alles. Ist das Pendant zu Ian Poulter. Wirkt wie aufgepumpt, pusht sich zu genialen Schlägen. Major-Champion, seit dem Masters 2018. Aber auch ein schwieriger Charakter. In einem Buch wurde er dargestellt als jemand, der betrog auf dem Platz, der sich homophob äußerte, der arrogant war. USA Today nennt ihn "den Schurken der Golfwelt". Der 28-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder, aber den Kontakt zu den Eltern abgebrochen. Ließ diese gar per Polizei abführen. Was hinter dem Drama steckt? Reed schweigt dazu.

Tony Finau (Wildcard/16.): Finau aus Salt Lake City ist der erste Profi auf der PGA Tour, dessen familiäre Wurzeln nach Tonga und Samoa reichen. Hat sechs Geschwister. Hatte Angebote für Basketball-Stipendien am College. NBA-Profi Jabari Parker ist ein Cousin. Bezeichnet sich als Partymuffel. Lieh sich mal 50 000 Dollar von einem Geldgeber, zahlte sie laut ESPN sofort zurück. Nahm mit Bruder Gipper an der TV-Show "The Big Break" teil, der Reality-Fernsehsendung über Golfer. Kämpfte sich über kleine Touren in den USA und Kanada hoch. 2018 elfmal in den Top Ten. Zwei Kinder. Nennt Fire Knife Dancing, das in Samoa zelebriert wird, sein Hobby.

2018 Ryder Cup - Morning Fourball Matches

Team USA: Tony Finau.

(Foto: Getty Images)

Webb Simpson (17.): Einer, der gerne übersehen wird. 33, aus Raleigh, North Carolina, vier Kinder, hat sich stattliche Erfolge verdient. Darf sich seit dem US-Open-Erfolg 2012 Major-Champion nennen. Blieb von 2014 bis 2018 sieglos, hatte Putting-Probleme. 2018 aber mit Comeback. Gewann die Players Championship, das größte Nicht-Major-Event. Starkes kurzes Spiel, beim Abschlag nicht der längste.

Tiger Woods (Wildcard/21.): Überfigur des Sports seit 22 Jahren. 14-Major-Titel, Milliardär, vereint fünf ethnische Wurzeln (afrikanisch, indianisch, chinesisch, thailändisch, holländisch). Absturz, sportlich, privat, Scheidung, Therapien, vier Rücken-Operationen. 2017 zugedröhnt mit Medikamentencocktail von der Polizei aufgegriffen. 2018 furios zurückgekommen. Gewann gerade die Tour Championship in den USA. Seine Teilnahme in Paris veredelt den Ryder Cup, wenngleich Woods, 42, keine überragende Bilanz hat.

Phil Mickelson (Wildcard/25.): Lange der Antipode zu Woods. Beliebt beim Golfvolk, redet mit den Fans. Instinktiver Schwinger. Zockt gerne, verzockte auch viel, war mal in Aktieninsiderdeal verwickelt. Sage und schreibe 51 Turniersiege, aber nur fünf bei Majors. Angesichts seines Talents viel zu wenig. Inzwischen enger mit Woods. Auf die älteren Tage - Mickelson ist 48 - werden die zwei fast Freunde. Zuletzt formschwach.

© SZ vom 27.09.2018/ebc
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