Süddeutsche Zeitung

Russlands Präsident in Sotschi:Olympische Putinspiele

Wladimir Putin trägt in Sotschi seinen eigenen Wettbewerb aus: Gerade noch auf ein Bier im Haus der Österreicher, ist der russische Präsident auch schon wieder bei den Chinesen auf Stippvisite. Die bisherige Reiseroute von Putin in Bildern.

Wladimir Putin trägt in Sotschi seinen eigenen Wettbewerb aus: Gerade noch im Haus der Österreicher, ist der russische Präsident auch schon wieder bei den Chinesen auf Stippvisite. Die bisherige Reiseroute von Putin in Bildern. Wladimir Putin nimmt die Olympischen Spiele ganz sportlich. Der russische Präsident scheint in Sotschi immer auf den Beinen zu sein, Paradedisziplin: Schnelle Ortswechsel. Im chinesischen Haus ist kurz Zeit zum Verschnaufen, beim Plausch mit Sportminister Liu Peng setzt sich der Staatspräsident sogar mal hin.

Auch im Interessiert-Zuschauen ist Putin in Topform, seine jahrelange Routine als Politiker kann er dabei perfekt ausspielen. Der Judo-Fan bekommt im chinesischen Haus eine Vorführung kämpfender Nachwuchstalente zu sehen und macht dabei eine formidable Figur.

Wandelhaft ist der Russe auch: Putin taucht nicht nur im edlen Anzug auf, sondern wirft sich auch mal in sportliche Kluft. Im Haus der Österreicher bekommt er ein Schnapsglas in die Hand gedrückt und stößt zu Zieharmonika-Musik mit den Offiziellen an.

So schnell lassen die Österreicher Putin nicht gehen. Es gibt nicht nur Schnaps und Ziehharmonika-Musik, es wird auch gejodelt und tüchtig Bier getrunken. Schließlich gibt es etwas zu feiern: einen österreichischen Abfahrts-Olympiasieger. Matthias Mayer schaut später auch persönlich vorbei im Austraia-Haus - doch da ist Putin schon weitergezogen.

Es war aber auch ein anstrengender Tag für den Kreml-Chef. Zuvor war Putin nämlich bereits im Holland-Haus eingekehrt - dort prostete er König Willem-Alexander und Königin Maxima (im Bild) zu. Und Putin, der das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland unterzeichnet hat, umarmte Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Ireen Wüst, die ihre Bisexualität in der Öffentlichkeit thematisiert.

Wladimir Putin besucht jedoch nicht nur Offizielle in den Häusern der Nationen und trinkt ein Gläschen, sondern er macht auch das, worum es bei den Olympischen Spielen geht: Er schaut Sport. Beim Skispringen ist er bereits gesichtet worden - und natürlich beim Lieblingwettbewerb der Russen: dem Teamwettbewerb im Eiskunstlauf.

Gratulieren ist frelich die Lieblingsdisziplin des Russen, besonders wenn das russische Team Gold holt wie im Teamwettbewerb im Eiskunstlauf und Putin-Freund Jewgeni Pljuschtschenko (rechts) einen erheblichen Teil dazu beigetragen hat.

Für die 15-jährige Eiskunstläuferin Julia Lipnitskaia gibt es sogar eine Streicheleinheit.

Bei der Eröffnungsfeier zeigte sich Putins jahrelange Erfahrung im Winken. Die ehemalige Bobfahrerin Irina Skworzowa saß bei der stundenlangen Zeremonie direkt neben dem Präsidenten und bestätigte im SZ-Interview: "Manchmal hat er auch gelacht."

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