Russland:Unter neutraler Flagge

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Bei den Leichtathletik-Titelkämpfen dürfen nach Verbandsangaben 30 russische Sportler unter neutraler Flagge starten. Der nationale Verband der einstigen Großmacht bleibt aber gesperrt. "Kein Land ist größer als diese WM", sagt IAAF-Präsident Sebastian Coe.

Der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF will sich vom erneut aufflammenden Dopingskandal in Russland die WM-Stimmung nicht verderben lassen. "Kein Land ist größer als diese WM", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe nach der Council-Sitzung in Doha. Bei den am Freitag beginnenden Titelkämpfen dürfen nach Verbandsangaben 30 russische Sportler unter neutraler Flagge starten. Der nationale Verband der einstigen Leichtathletik-Großmacht bleibt aber gesperrt.

Zuletzt hatten sich Vorwürfe bewahrheitet, wonach gesperrte Trainer weiter mit Leichtathleten arbeiteten, sagte der Norweger Rune Andersen, Chef der zuständigen Task-Force. Dies würde die Integrität des nationalen Verbandes (RusAF) in Frage stellen. Dass man die Sperre verlängert habe, stütze sich auch auf die jüngsten Daten, welche die IAAF von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) bekommen habe, so Andersen: "Wir haben die Fakten noch nicht, aber wir vertrauen den Informationen." Die Wada hatte zuletzt bestätigt, dass eine ihr übermittelte Datenbank aus dem Moskauer Dopinglabor manipuliert worden sein könnte. Russlands Anti-Doping-Agentur hat nun drei Wochen Zeit, um Stellung zu beziehen. Ansonsten droht eine erneute Sperre. Russland müsste dann auch um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio bangen.

Die IAAF ist die letzte internationale Sportorganisation, die den im November 2015 verfügten Bann Russlands aufrecht erhält. Die Wada hatte ihre dreijährige Sperre im September 2018 aufgehoben - mit der Auflage, dass Russland die Doping-Datenbank und Proben aus den Jahren 2012 bis 2015 an die Wada übergibt. Dies geschah erst nach langem Zögern.

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