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Rückschlag für Rhein-Ruhr-Initiative:Brisbane Favorit für Olympia 2032

The Olympic rings are pictured in front of the IOC headquarters in Lausanne

Die Olympischen Ringe vor dem Hauptsitz des Kommitees in Lausanne

(Foto: REUTERS)

Die IOC-Kommission hätte die Olympischen Spiele 2032 gerne in Australien. Hürdensprinter Grant Holloway bricht den Weltrekord in der Halle. Deutsche Nationalelf der Frauen verliert gegen die Niederlande.

Meldungen im Überblick

Olympia, IOC: Im Rennen um die Olympischen Spiele 2032 ist das australische Brisbane der bevorzugte Kandidat des IOC. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees nahm am Mittwoch den Vorschlag der Kommission für künftige Sommerspiele an und machte die Region Queensland damit frühzeitig zum Favoriten. Dies ist auch ein herber Dämpfer für die Initiative aus der Rhein-Ruhr-Region, die sich Hoffnungen als möglicher deutscher Bewerber macht. Durch die Entscheidung der IOC-Spitze werden nun vorerst ausschließlich Verhandlungen mit den Australiern geführt. Verlaufen diese gut, wird Brisbane der IOC-Vollversammlung als 2032-Ausrichter vorgeschlagen.

Leichtathletik, Weltrekord: Grant Holloway aus den USA hat beim Hallen-Meeting der Leichtathleten in Madrid einen Uralt-Weltrekord gebrochen. Der Weltmeister lief am Mittwoch über 60 Meter Hürden 7,29 Sekunden. Damit war der 24-Jährige eine Hundertstelsekunde schneller als der Brite Colin Jackson 1994 in Sindelfingen. Für Holloway war es der 54. Sieg in einem Hallenrennen in Serie. Nach Angaben des Weltverbandes hatte der Hürdensprinter zuletzt 2014 im Alter von 16 Jahren einen Hürdensprint unter dem Hallendach verloren.

Fußball, Frauen: Die deutschen Fußball-Frauen haben den Sieg beim Drei-Länder-Turnier "Three Nations. One Goal." verpasst. Am Mittwoch musste sich das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in Venlo im abschließenden Spiel Europameister Niederlande mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Jackie Groenen (16.) und Danielle van de Donk (60.) trafen für die Gastgeberinnen. Laura Freigang (44.) von Eintracht Frankfurt hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Am Sonntag hatte sich die DFB-Elf in Aachen gegen Belgien mit 2:0 durchgesetzt. Auch die Niederländerinnen hatten Belgien geschlagen und gewannen mit zwei Siegen das Turnier.

Radsport, Doping: Das Urteil gegen den Erfurter Doping-Arzt Mark Schmidt ist rechtskräftig. Das teilte das Oberlandesgericht München am Mittwoch mit. Die Revisionsführer Mark Schmidt und Ansgard S. hätten ihre Revisionen in dem Strafverfahren gegen Schmidt und vier weitere Angeklagte zurückgenommen, damit sei das Urteil rechtskräftig, erklärte das Gericht. Mark Schmidt war wegen jahrelangen Blutdopings an Sportlern und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Zudem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren. Mitte Januar hatte sein Anwalt Juri Goldstein angekündigt, Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einzulegen.

Leichtathletik, Russland: Russische Leichtathleten werden an der Hallen-EM vom 4. bis 7. März im polnischen Torun nicht teilnehmen. Wie der nationale Verband Rusaf am Mittwoch mitteilte, konnten die individuellen Startgenehmigungen von Sportlern aus Russland vom Weltverband World Athletics nicht rechtzeitig erteilt werden. Seit November 2015 ist Russland wegen des Skandals um flächendeckendes Doping suspendiert und darf seitdem nur unbelastete und als neutral eingestufte Athleten nach Prüfung durch World Athletics zu internationalen Wett- und Titelkämpfen schicken. Diese Regelung war wegen des Anti-Doping-Verstoßes des Hochspringers Danil Lyssenko vom Weltverband ausgesetzt worden. Mit gefälschten Dokumenten hatten russische Funktionäre versucht, nicht wahrgenommene Doping-Tests von Lyssenko zu vertuschen. World Athletics teilte mit, dass erst bei der nächsten Exekutivkomiteesitzung am 17. und 18. März über die Wiedereinsetzung des Verfahrens für neutrale Athleten entschieden wird.

© SZ/sid/dpa/tbr
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