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Rückkehr von Bayern-Profi Martínez:"Ich habe Javi vermisst"

SV Darmstadt 98 - FC Bayern München

Schätzen sich sehr: Bayern-Trainer Pep Guardiola (links) und Javier Martínez

(Foto: Arne Dedert/dpa)
  • Javier Martínez ist nach auskuriertem Kreuzbandriss zurück beim FC Bayern. Am Dienstagabend geht es gegen den VfL Wolfsburg.
  • Trainer Pep Guardiola sieht ihn als zweiten Innenverteidiger neben Jérôme Boateng.
  • Hier geht es zu den Ergebnissen der Bundesliga.

Von Matthias Schmid

Javier Martínez hatte schon einige Minuten unter der Schräge der Darmstädter Haupttribüne geredet, als plötzlich jemand aus dem Dunkeln "Deutsch" rief, "Deutsch" und noch mal "Deutsch". Es war Matthias Sammer, der Sportvorstand des FC Bayern, er stand zwischen Rechen und Schubkarren, die der 98-Platzwart in den Katakomben des puristischen Stadions am Böllenfalltor verstaut hatte. Martínez ließ sich allerdings nach dem 3:0-Sieg am Samstag gegen den Aufsteiger nicht von den Zwischenrufen irritieren, er sprach weiter, auf Englisch.

Dabei soll sein Deutsch schon so gut sein, dass er sich mit den Mitarbeitern beim FC Bayern problemlos unterhalten kann. Tatsächlich ersetzte der Spanier hin und wieder ein englisches Wort durch ein deutsches, als er über sich und seine Rückkehr in die Bundesliga 14 Monate nach seinem Kreuzbandriss im linken Knie sprach. "It was a dangerous Verletzung", sagte er zum Beispiel.

Neue Möglichkeiten vor dem Wolfsburg-Spiel

In seiner Reha hatte er täglich mit deutschen Physiotherapeuten und Ärzten zu tun - medizinische Bulletins kommen ihm deshalb auf Deutsch fast schon flüssiger über die Lippen als auf Spanisch. "Ich fühle mich gut", sagte Martínez. Er lächelte wie jemand, der gerade die Geburt seines ersten Kindes erlebt hat. Er habe kein Schmerzen mehr, keine Probleme, auch nach den 25 Minuten, die ihm Bayern-Trainer Pep Guardiola gönnte, habe es keine "anderen Auffälligkeiten" gegeben, "ich bin total glücklich".

Mit der Rückkehr von Martínez vergrößern sich vor dem Heimspiel gegen Wolfsburg am Dienstagabend (20 Uhr, im SZ-Liveticker) die Variationsmöglichkeiten von Guardiola. Vor allem in der Abwehr eröffnen sich neue Perspektiven. Nach dem Verkauf von Dante, der langwierigen Verletzung von Holger Badstuber und dem Ausfall von Medhi Benatia (Muskelverletzung) hatte der Spanier kurzerhand David Alaba zum Innenverteidiger umschulen müssen. Der Österreicher macht seinen Aushilfsjob zwar so gut, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. "Ich habe aber Javi vermisst", bekannte Guardiola.

Er hat seinen Landsmann, der Bayern 40 Millionen gekostet hat, bestimmt nicht für die Ersatzbank vorgesehen. Das ist auch aus den Worten von Martínez herauszuhören. "Wir haben alles miteinander abgesprochen und werden die Belastungen langsam steigern", sagte der 27-Jährige.

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