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Rückkehr nach Verletzung:Endlich wieder schmerzfrei

Viel zu tun hatte Badstuber dann nicht mehr, das Spiel war lange entschieden, ein paar Pässe zum Mitspieler, noch ein abfällige Handbewegung zum Schiedsrichterassistenten, als dieser eine Abseitsstellung von Timo Werner zu spät erkannte. Mehr nicht. Keine Grätsche, kein abgeblockter Schuss, kein Sprint. Außer natürlich noch das Dribbling im Strafraum, als Badstuber Werner mit einer einfachen Körpertäuschung lässig ins Leere laufen ließ. "Ich bin wieder schmerzfrei, voll belastbar", sagte Badstuber. "Aber nach zwei Wochen Training fehlt mir noch einiges." Sein Anspruch an sich ist ein anderer. Er will nicht nur mitspielen beim FC Bayern, hin und wieder eingewechselt werden. "Ich will langfristig wieder Leistung bringen."

Das wünschen sich auch Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer und Arjen Robben. Die beiden kennen sich ebenfalls aus mit Verletzungen, sie haben wie Badstuber mehrfach reparierte Bänder und Sehnen. Sammer musste seine Karriere wegen seiner Knieverletzung sogar vorzeitig beenden. "Ich hoffe, dass er jetzt mal auf Dauer gesund bleibt." Und Robben ergänzte mitfühlend: "Er hat sich für seine schwierige Leidenszeit belohnt heute."

Auch Trainer Pep Guardiola ist froh, dass Badstuber wieder soweit genesen ist, dass er ihn behutsam an das hohe Niveau seiner Mannschaft heranführen kann. "Sein Aufbauspiel ist: puh", sagte Guardiola in seiner typisch schwärmerischen Art, "meiner Meinung nach ist es das Beste, was ich in meinem Leben gesehen habe." Er hatte den gebürtigen Memminger einst sogar zum besten Spieler erhoben, den er jemals trainiert habe. Badstuber spürt dieses Vertrauen vom Trainer, deshalb war und ist es für ihn auch keine Option, den FC Bayern in der Winterpause zu verlassen, Anfragen, auch vom VfB Stuttgart, soll er vorliegen haben. Er weiß, dass er beim FC Bayern alles hat, um wieder zu seiner alten Stärke zurückzufinden. "Ich muss jetzt Geduld haben und weiter hart arbeiten. Es ist für mich ein Vorteil, dass ich hier eine hohe Qualität im Training vorfinde."

Angst, dass er sich abermals verletzen könnte, habe er nicht. "Wenn ich rausgehe und Fußball spiele, haue ich mich immer voll rein", erzählte Badstuber. Zweifel kennt er nicht, "sonst hätte ich es nicht mehr zurückgeschafft auf dieses Niveau." Aber verändert habe er sich durch all die Rückschläge schon, fügte er hinzu. Zum Glück, wie er findet. Präzisieren wollte er das aber nicht. Er hatte es dann irgendwann eilig nach Hause zu kommen. Er wollte fort, um das Erlebte nun alleine zu verarbeiten. Fotografisch festgehalten hatte diesen besonderen Tag für ihn ja schon Berni.

© Süddeutsche.de/mane

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