VolleyballParagrafen vs. Sportsgeist

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Stets emotionale Derbys: die Rote Raben Vilsbiburg gegen Nawaro Straubing, am Ball Vilsbiburgs Crystal Burk.
Stets emotionale Derbys: die Rote Raben Vilsbiburg gegen Nawaro Straubing, am Ball Vilsbiburgs Crystal Burk.
Andreas Geißer/oh

Die Roten Raben Vilsbiburg verpassen die Anmeldefrist und nehmen nicht am Volleyball-Landespokal teil – auch weil sich der Lokalrivale Nawaro Straubing gegen eine Ausnahme stellt.

Von Otis Schaffeld

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Volleyball ist keine Kontaktsportart, trotzdem geraten bisweilen sogar ganze Vereine aneinander. Diesen Eindruck erweckt zumindest eine Pressemitteilung der Roten Raben Vilsbiburg, die in der zweiten Frauen-Bundesliga antreten. Überschrift: „Straubing verhindert, dass Rote Raben in der Pokalrunde teilnehmen können.“ Statt eines niederbayerischen Komplotts oder gar eines offen ausgetragenen Konflikts stecken hinter der Meldung versäumte Fristen und die Vorgaben der Volleyballverbände.

Doch der Reihe nach. In den vergangenen Spielzeiten waren die Roten Raben jeweils automatisch für den Wettbewerb angemeldet. Zunächst, weil sie als Erstligist für das Achtelfinale des bundesweiten DVV-Pokals gesetzt waren. Und nach dem Abstieg in die zweite Liga im vergangenen Jahr, weil sie eine Runde des regionalen Bayernpokals ausrichteten, dessen Sieger um den Einzug ins DVV-Pokal-Achtelfinale spielen dürfen, als Gastgeber.

In dieser Saison sind die Raben weder Erstligist noch Ausrichter. Zudem ist Patricia MacMillan erst seit letzter Saison Teammanagerin von Vilsbiburg. „Ich bin neu im Beruf und muss hin und wieder nachfragen, wie bestimmte Dinge funktionieren“, sagt sie. Nach Angaben des Vereins habe sie darum bei der Deutschen Volleyballliga (VBL) nachgefragt, wie sie vorgehen müsse, um am Pokal teilnehmen zu können. Die VBL habe daraufhin ausgerichtet, dass eine Anmeldung nicht nötig sei und die Roten Raben automatisch berücksichtigt werden würden.

Die VBL bestreitet auf SZ-Anfrage, dass sie Falschinformationen an die Roten Raben weitergegeben habe

In der Spielordnung und auf der Website des Bayerischen Volleyball-Verbands (BVV)  ist jedoch festgehalten, dass sich alle Mannschaften sehr wohl für den Pokal anmelden müssen. Die Roten Raben verpassten jedoch die relevante Frist und mit dem Pokal die Chance, sich vor der Saison als Mannschaft einzuspielen, so MacMillan. Die VBL bestreitet auf SZ-Anfrage, dass sie Falschinformationen an die Roten Raben weitergegeben habe. Zudem verweist die Liga darauf, dass nicht sie, sondern die jeweiligen Landesverbände für die Organisation der Landespokale zuständig sind.

Petra Stumpf, Landesspielwartin des BVV, betont, dass bereits im Mai verkündet worden sei, wann für den Landespokal Meldeschluss ist. „Vilsbiburg ist erst knapp drei Wochen nach der Frist, die ich schon verlängert hatte, auf mich zugekommen“, sagt Stumpf. Zu diesem Zeitpunkt sei die erste Runde im Pokal bereits geplant und angesetzt gewesen. Trotzdem bemühte sie sich, eine Lösung zu finden. „Ich versuche, dass möglichst viele Teams teilnehmen. Deshalb habe ich Vilsbiburg angeboten, bei den pünktlich gemeldeten Mannschaften nachzufragen, ob eine Ausnahme möglich ist.“

Mit der DJK SB München-Ost fand sich schnell ein weiterer Verein, der sich ebenfalls nicht rechtzeitig angemeldet hatte. Zusammen mit den vorbildlich gemeldeten Nawaro Straubing und TSV Unterhaching hätten also vier statt zwei Mannschaften an der ersten Runde des Bayernpokals teilnehmen sollen. Wie Vilsbiburg sah auch Unterhaching die Vorzüge der erhöhten Spielpraxis; offene organisatorische Fragen verhinderten zunächst jedoch eine finale Zusage.

Zu dieser sollte es nicht mehr kommen. Nawaro Straubing entschied sich gegen die zusätzlichen Teilnehmer – ironischerweise aufgrund von zu viel Spielpraxis, wie der Sportliche Leiter Rupert Hafner erklärt: „Wir spielen am Tag zuvor schon gegen Leverkusen. Für uns war schnell klar, dass die zwei zusätzlichen Spiele durch die Nachmeldung von Vilsbiburg und München-Ost eine zu große Belastung darstellen.“

Die Roten Raben bewerten Straubings Vorgehen zwar als „formal in Ordnung“, ein „schaler Beigeschmack“ bleibe dennoch, wie es in der Pressemitteilung heißt. Hafner fürchtet aber kein niederbayerisches Volleyballdrama: „Zwischen Straubing und Vilsbiburg herrscht schon im Jugendbereich eine gesunde Rivalität, aber wir verstehen uns sehr gut. Das Verhältnis ist dadurch nicht gestört.“ Profitieren könnten laut Raben-Teammanagerin MacMillan die Fans, wenn die beiden Mannschaften in der Liga aufeinandertreffen: „Das erste Spiel gegen Straubing wird auf jeden Fall Spannung bringen.“

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