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Ronaldo bei der Fußball-WM:Sogar stolpern kann er geschickt

All das, was Portugal auszeichnete, war zuvorderst von Effizienz getragen: drei Schüsse, drei Treffer. Die Partie war noch nicht mal drei Minuten alt, als Ronaldo einen Elfmeter für die Portugiesen herausholte. Am Strafraumeck stolperte er über das Bein von Rechtsverteidiger Nacho, der später sagen sollte, "Ronaldo hat eher mein Bein berührt als ich seins". Üblicherweise ist das ganz im Sinne Nachos: Er spielt wie Ronaldo bei Real Madrid.

Fußball-WM Marokkos Eigentor sorgt für Straßenfeste in Iran
Fußball-WM

Marokkos Eigentor sorgt für Straßenfeste in Iran

Im dritten WM-Spiel gewinnt Iran gegen Marokko spät - und hofft so in der schweren Gruppe B aufs Weiterkommen. Der St. Paulianer Aziz Bouhaddouz wird zur tragischen Figur.

De Gea lenkt einen Ball slapstickartig ins eigene Netz

Spanien glich durch Diego Costa aus (24.) - und hatte dabei insofern Glück, als ein Schlag Costas an den Hals von Portugals Innenverteidiger Pepe ungesühnt blieb, ehe er drei Verteidiger austanzte und mit einem satten Schuss abschloss. Dann aber verkleidete sich Torwart David De Gea als Loris Karius. Einen Schuss Ronaldos, den De Gea später als tückisch bezeichnen sollte, lenkte der spanische Torwart von Manchester United so slapstickartig ins eigene Netz (44.), dass es unmöglich war, nicht an die Fehler des deutschen Torwarts vom FC Liverpool im Champions-League-Finale von Kiew zu denken.

Nach der Pause glich wieder Costa aus (55.), in der 58. Minute brachte Nacho dann sogar mit einem atemberaubenden Volleytreffer aus 20 Metern die Spanier in Front: Der Ball flog an einen Innenpfosten, dann an den anderen und von dort ins Netz. Das war im Lichte der Überlegenheit des Weltmeisters von 2010, die sich schließlich auch an einem Ballbesitz von 62 Prozent ablesen lassen sollte, überaus verdient. Doch am Ende der Partie schlug Ronaldo wieder zu. Er zog ein Foul, das fragwürdig war ("Wir wissen, dass Cristiano dazu neigt, leicht zu fallen", sagte Spaniens Verteidiger Gerard Piqué, der als Übeltäter ausgemacht wurde) - und zirkelte den Freistoß aus 20 Metern in den Winkel.

De Gea verharrte wie angewurzelt in seiner Ecke und schaute dem Ball hinterher, der in der 88. Minute zum 3:3 einschlug. "Wir sind sehr glücklich, weil wir am Ende noch ausgeglichen haben. Aber es war ein gerechtes Resultat", behauptete Ronaldo - und verdiente sich ein Lob von Spanien-Trainer Fernando Hierro: "Er ist eine Schau. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu dem Jungen, und er ist ein Glück für jede Mannschaft, die auf ihn zählen kann. Aber ich würde ihn gegen keinen meiner Jungs eintauschen."

Vor allem aber nahm Hierro, der sein erstes Spiel als spanischer Trainer nach dem Rauswurf von Reals neuem Trainer Julen Lopetegui bestritt, seinen Torwart in Schutz. "Wir haben ihn umarmt. Aber wir haben keinen Zweifel an ihm. Wirklich nicht". Und auch wenn die Spanier das Spiel nicht gewinnen konnten - in ihren Augen überwog, dass sie die Krise rund um Lopetegui besser weggesteckt hatten, als sie vermuten konnten. "Diese Mannschaft hat Gesicht gezeigt. Und sehr gut Fußball gespielt", sagte Piqué.