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Ronaldo glänzt für Portugal:Triple-A von der Ratingagentur

Nach dem klaren Sieg in den Play-offs reist Portugal als exzellenter Außenseitertipp zur EM. Gegen Bosnien-Herzegowina zeigte Cristiano Ronaldo endlich seine Qualitäten als Anführer - und übte sich nach dem Spiel überraschenderweise in Bescheidenheit.

Képler Laveran Lima Ferreira, kurz Pepe, ist nicht nur ein Terminator, der bei Real Madrid mit einiger Regelmäßigkeit an die dunklen Seiten der Seele des Menschen erinnert. Sondern auch ein ziemlich großer Kindskopf. Und so hatten die Mitarbeiter eines Fernsehsenders in der Nacht zum Mittwoch große Mühe, auf dem Rasen des Estádio da Luz von Lissabon ihre Arbeit zu verrichten, nachdem das Playoffspiel der Portugiesen gegen Bosnien-Herzegowina mit einem 6:2-Triumph beendet war.

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Cristiano Ronaldo fährt mit Portugal nach seinem Doppelpack in den Playoffs gegen Bosnien-Herzegowina zur EM 2012.

(Foto: AFP)

Ein Interview mit dem (neuerlich brillanten) Marschall der portugiesischen Verteidigung hatten sie sich erhofft, doch dann entriss Pepe dem Reporter das schwarze Mikrofon - und machte Jagd auf Mitspieler.

Es war kaum erkennbar, wem Pepe, 28, im Getümmel das Mikrofon unter die Nase hielt. Dafür aber war zu erahnen, dass er nicht viel mehr als jauchzendes Gegröle einfing. Dann brach die Szene jäh ab, wurde wieder die portugiesische Hymne durch die Lautsprecher gejagt, reihten sich die Spieler im Mittelkreis auf, legten ihre Arme über die Schultern der Nebenleute und fielen mit 50 000 Zuschauern in den martialischen Chor ein: "Helden der See, edles Volk/tapfere und unsterbliche Nation./Nun ist die Stunde gekommen/um Portugals Glanz erneut zu zeigen . . .". Es war der Abschluss eines unerwartet runden Abends, der in beißender, feuchter Kälte das geschundene Selbstwertgefühl verarztete.

Aus diesem Euro schmeißen sie uns nicht raus!", titelte die Sportzeitung O Jogo am Mittwoch. Die Wahrheit geht sogar darüber hinaus. Die portugiesische Mannschaft verfügt über einen Grad an Qualität, dass sie einen exzellenten Außenseitertipp auf den EM-Sieg abgibt.

Vor allem in der ersten halben Stunde hätte Portugal von jeder Ratingagentur ein Triple-A erhalten für eine aggressive Selbstlosigkeit in der Defensive, eine autoritäre Erbarmungslosigkeit im Spiel nach vorne, die unbestreitbare Schönheit der ersten beiden Treffer. Nachdem Cristiano Ronaldo von Real Madrid mit einem verwandelten Freistoß die Führung erzielt hatte (8.), durchlebte Nani von Manchester United einen "Moment von großem Selbstvertrauen und Inspiration" und jagte den Ball aus der 30-Meter-Distanz unter den Querbalken (24.).

Anschließend erwachten die Bosnier für einen Moment aus ihrer Schüchternheit, konnte Zvjezdan Misimovic kurz vor der Pause einen von Fábio Coentrão verursachten Handelfmeter verwandeln. Und nachdem Ronaldo im wohl besten Spiel seiner Nationalelfkarriere das wichtige 3:1 erzielt hatte, behielt Portugal auch den Überblick, als sich die deutsche Schiedsrichtertroika um Wolfgang Stark bemühte, das Spiel in das Stadium der Unübersichtlichkeit zu überführen.

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