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Ringen:Wer das Verbot durchbricht, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen

Später äußerte sich Karimi-Machiani doch noch in einem Interview mit Isna: "Ich habe monatelang hart trainiert, um eine Goldmedaille zu gewinnen, und ich hätte locker gewinnen können", sagte er. Zwar verstehe er die Position seiner Regierung gegenüber Israel, aber "ist es nicht auch Unterdrückung, wenn unsere Regierung erneut meine harte Arbeit untergräbt?", fragte er.

Irans Oberster Führer Ali Khamenei belobigte Karimi-Machiani in einer Erklärung dafür, den Kampf verloren gegeben zu haben. Wer das Verbot durchbricht, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen: Im August waren zwei Fußballer von der Nationalmannschaft suspendiert worden, weil sie für den griechischen Klub Panionios Athen gegen Maccabi Tel Aviv angetreten waren. Ehsan Haji Safi entschuldigte sich und durfte wieder spielen. Der Kapitän der Mannschaft, Masoud Schojaei, wurde zunächst ausgeschlossen. Im Januar bat er Nationalcoach Carlos Queiroz, ihn für die Weltmeisterschaft wieder zu nominieren; der Nationale Sicherheitsrat sollte seinen Fall beraten.

Karimi-Machiani wurde vom Internationalen Ringerverband UWW für sechs Monate gesperrt, sein Trainer für zwei Jahre. Eine Entscheidung, ob Irans Ringer für ein Jahr von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden, steht noch aus. Auch die Fußballer hatten offenbar ähnliche Konsequenzen befürchtet.

Khadem, der Ringer-Chef, wusste, welchen politischen Wirbel seine Äußerung verursachen würde. Er war Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees, Stadtrat in Teheran und wurde als möglicher Sportminister gehandelt; sein Bruder Amir Reza, auch ein Ringer, war Parlamentsabgeordneter und Vize-Sportminister. Im Verband traten nach dem Rückzug des Präsidenten geschlossen die Funktionäre zurück. "Khadem hat sich für das Ringen geopfert, und nachdem er zurückgetreten ist, hat es für uns keinen Sinn, im Amt zu bleiben", sagte einer. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Staatsführung deswegen von ihrem Israel-Boykott abweicht. Khadems Karriere dürfte ohnehin beendet sein.

© SZ vom 02.03.2018/chge
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