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Reservist in München:Kimmich: FC Bayern ohne Müller "schwierig" vorstellbar

Der Mittelfeldspieler spricht über die schwere Phase seines Kollegen. Zehnkampf-Weltmeister Kaul übt Kritik. Petr Cech wechselt die Sportart.

Thomas Müller, FC Bayern: Für Joshua Kimmich ist Bayern ohne den über seine Reservistenrolle unzufriedenen Thomas Müller kaum vorstellbar. "Schwierig, das ist schon eine große Identifikationsfigur - so, wie es Schweini (Bastian Schweinsteiger, d.Red.) war oder auch der Philipp (Lahm). Natürlich ist das eine prägende Figur des Vereins", sagte Kimmich nach dem 2:2 im Länderspiel gegen Argentinien. Müller hegt angesichts seiner Rolle als "Bankangestellter" beim deutschen Fußball-Rekordmeister Abwanderungsgedanken. "Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen. Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig", sagte der 30-Jährige dem kicker.

Kimmich hat dafür Verständnis. "Dass der Thomas unzufrieden ist mit der Situation, ist klar. Das stellt er sich so sicher nicht vor. Er hat den Anspruch, spielen zu wollen", sagte der 24-Jährige. Wenn Müller wie am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim (1:2) eingewechselt wurde, habe er den Bayern "immer sehr geholfen", betonte Kimmich: "Er macht das immer sehr, sehr gut. Er ist schon ein gewisser Freigeist. Als Gegner ist das schwierig zu kontrollieren, weil man nie weiß, was passiert." Trainer Niko Kovac hatte jedoch vor dem Hoffenheim-Spiel bei Sky betont, Müller komme lediglich zum Einsatz, "wenn Not am Mann ist". Zwar hat es inzwischen ein klärendes Gespräch gegeben, Müller aber sagte danach, er sei "absolut nicht" zufrieden mit der Lage: "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich dem Team mit meinen Fähigkeiten auf dem Platz weiterhelfen kann."

Zehnkampf, Niklas Kaul: Der Katar-Sieger hat sich kritisch über die Leichtathletik-WM in der vergangenen Woche geäußert. "Es ist die Frage, ob die Langstrecken-Wettkämpfe, die draußen stattgefunden haben, überhaupt hätten stattfinden dürfen", sagte der 21-Jährige am Mittwochabend in der RTL-Sendung "stern TV". "Die hohe Luftfeuchtigkeit und die extremen Temperaturen haben es den Sportlern echt schwer gemacht - und auch dem medizinischen Team, das die Sportler darauf vorbereiten musste." Die Marathonläufe und die Wettbewerbe der Geher fanden bei Temperaturen von weit über 30 Grad tief in der Nacht statt, zahlreiche Athleten gaben auf. Der Mainzer Kaul, der sich überraschend als zweiter Deutscher den Zehnkampf-Titel geholt hatte, fand die Wettkämpfe in dem auf etwa 25 Grad heruntergekühlten Stadion zwar "in Ordnung", bezeichnete die Vergabe der WM an Katar aber als "vielleicht nicht die glücklichste Entscheidung".

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Petr Cech, Eishockey: Rund vier Monate nach seinem Karriereende als Fußball-Torhüter beim FC Arsenal hat Petr Cech eine neue sportliche Betätigung gefunden. Der Tscheche wird am Samstag sein Debüt als Eishockey-Goalie feiern. Cech unterschrieb einen Vertrag bei Guildford Phoenix. Das gab der Klub aus der viertklassigen britischen Liga (NIHL2) am Mittwoch bekannt. "Ich bin froh, die Möglichkeit zu erhalten, bei Phoenix zu spielen, um Spielpraxis zu sammeln", sagte Cech: "Nach 20 Jahren im Profifußball wird das eine wundervolle Erfahrung für mich sein, das Spiel zu spielen, das ich als Kind so gern gesehen und gespielt habe", so der 37-Jährige. Cech ist mit 124 Einsätzen tschechischer Fußball-Rekordnationalspieler, sein Debüt hatte er im Februar 2002 gegeben. Seit einem komplizierten Schädelbasisbruch im Oktober 2006 hatte "Big Pete" mit einem Rugbyhelm gespielt, der zu seinem Markenzeichen geworden ist.

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FC Bayern, Frankreich: Im Disput um Lucas Hernandez wird der französische Fußballverband den Abwehrspieler laut einem Sky-Bericht vorerst nicht zum FC Bayern zurückschicken. Der TV-Sender meldete am Dienstag, dass eine Kernspinuntersuchung am Knie des Weltmeisters positiv verlaufen sei und Hernandez daher "auf jeden Fall" bei der Nationalmannschaft in Clairefontaine bleiben werde. Ob der 23-Jährige im EM-Qualifikationsspiel am Samstag in Island dabei sei, werde sich zeigen. Der FC Bayern äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Die Münchner hatten den Verteidiger nicht abstellen wollen, weil er nach Ansicht des Rekordmeisters und von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nicht fit sei.

Hernandez hatte zuletzt die Spiele in der Champions League gegen Tottenham Hotspur sowie in der Bundesliga gegen Hoffenheim ausgelassen; bei ihm seien Probleme in dem im Frühjahr operierten Knie aufgetreten. Laut Statuten musste Bayern den Spieler aber für eine Untersuchung der Franzosen gehen lassen. "Ich bin irritiert über das Verhalten des französischen Verbandes", hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Montag gesagt und sich von der Équipe "wegen des großen Risikos mehr Verständnis erwartet". Frankreichs Trainer Didier Deschamps sagte daraufhin, dass er die Position des Vereins verstehe, erinnerte aber daran, dass er vor zwei wichtigen Quali-Spielen stehe. Er versicherte: "Wir machen nur korrekte Dinge (...) Ich werde keine Risiken eingehen."

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