Relegation in Fürth Obszöne Gesten vor der Fürther Bank

Verunsichern ließ sich der HSV davon nicht. Erst kurz vor der Pause hatte Fürth seine beste Phase. Ilir Azemi verfehlte im Fallen das Tor knapp (40.), Tom Weilandt traf nach einem Dribbling den Ball nicht richtig (45.). Nach der Pause spielte Fürth härter, der Zweitligist wehrte sich. Schon die erste ansehnliche Aktion belohnte dieses Engagement: Stieber spitzelte den Ball zu Stephan Fürstner, der Mittelfeldspieler verwandelte cool gegen Drobny (59.). Nun trennte den HSV nur noch ein Gegentor von der zweiten Liga.

Die Partie wurde intensiv, die Zuschauer brüllten. Beide Teams spielten sich immer wieder gut an den Strafraum heran - und kurz vor Schluss scheiterte Azemi noch einmal knapp: Der Fürther Stürmer rutschte in aussichtsreicher Position im Strafraum aus. Danach brachen viele Dämme. Lasogga verlieh seinen "unglaublichen Emotionen" über den Klassenerhalt direkt vor der Fürther Bank mit obszönen Gesten Ausdruck - und wollte darin selbst nach einer Gedankenpause keine Provokation erkennen: "Wenn man 90 Minuten beleidigt wird von der Bank, dann ist es einfach Genugtuung, dann ist mir alles scheißegal."

Es gab nicht wenige Fürther, die den 22-Jährigen dafür gerne verprügelt hätten und dies auch versuchten. Trainer Frank Kramer äußerte sich umsichtiger: "Leider haben wir das Nachsehen, das muss man so akzeptieren im Sport." Wie Torhüter Wolfgang Hesl sahen es einige: "Wir waren in zwei Spielen die bessere Mannschaft, haben aber kein Glück gehabt." Torschütze Stephan Fürstner fand: "Wichtig ist, dass wir uns nichts vorwerfen können."

Die Hamburger vermittelten vor allem eines: Erleichterung. Sportdirektor Oliver Kreuzer hatte "eine schwere Geburt" miterlebt und war entsprechend "überglücklich": "Manche sagen, es war peinlich, dass wir mit 27 Punkten die Relegation spielen durften. Aber das ist mir egal." Heiko Westermann gab zu: "Noch so eine Saison ertrage ich nicht, sonst bin ich selbstmordgefährdet."