Zweitliga-Relegation:Ein Schuss Hoffnung

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Ein Retter für Regensburg? Dominik Kother gleicht in der 80. Minute zum 2:2 aus. (Foto: Wolfgang Zink/Imago)

Regensburg schafft im Hinspiel der Relegation noch ein 2:2. Leicht favorisiert im Duell um den Zweitliga-Platz ist nun der Kontrahent Wehen Wiesbaden - doch die Statistik spricht für den Jahn.

Von Johannes Kirchmeier, Regensburg

Eigentlich sind diese Relegationsspiele um den letzten Zweitliga-Platz ja eine klare Angelegenheit. Frei nach dem ehemaligen englischen Fußballer Gary Lineker: 22 Männer jagen 180 Minuten lang - und manchmal noch ein bisschen länger - einem Ball hinterher. Und am Ende gewinnt (fast) immer der Drittligist. Seitdem die Entscheidungsspiele im Jahr 2009 wieder eingeführt wurden, setzte sich elfmal der Dritte der dritten Liga gegen den 16. der Zweitliga-Saison durch. Die Wucht, diese Hochform aus den abschließenden Saisonspielen, führte die Mannschaften regelmäßig zum Triumph.

Doch dieses Jahr ist das alles ein wenig anders. Keine Mannschaft in Hochform, sondern "Not gegen Elend" erwarte sie gegen Wehen Wiesbaden, unkten manche Zuschauer vor der Partie im Regensburger Jahnstadion. Schließlich hat der SSV nach äußerst diskutablen Leistungen als 18. der Rückrundentabelle noch den bereits sicher geglaubten direkten Aufstieg verspielt. Regensburg ist die Form im vergangenen halben Jahr vollends abhandengekommen, der Klub wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg - und das machte sich der Noch-Zweitligist Wiesbaden im Hinspiel am Freitagabend zunutze: So endete die Partie leistungsgerecht 2:2 (1:0) - und Wehen geht nun leicht favorisiert ins Rückspiel im eigenen Stadion am Dienstagabend (20.30 Uhr).

Es werde ein Duell "auf Messers Schneide", sagte Gäste-Trainer Nils Döring, selbst nach einer roten Karte am vergangenen Wochenende auf die Tribüne verbannt, vor der Partie. Und er sollte durchaus Recht behalten, schließlich lieferten sich die beiden Mannschaften ein "intensives Spiel", wie Fußballtrainer so schön sagen. Wie zwei Boxer in der zwölften Runde, die nach elf wahrlich ausbaufähigen Runden irgendwie noch einmal angreifen wollten, wirkten die zwei Teams - so gut sie es halt eben jeweils konnten. Es geht um die Rettung der Saison.

Plötzlich wird es wild - und es fallen drei Tore in 14 Minuten

Dabei legten die Regensburger erst einmal vor, weil ihr Trainer Joe Enochs als gewiefter Taktiker dem Gegner ein Schnippchen schlagen konnte - und die eigenen Stärken seiner Spieler besser zutage brachte. Sein SSV Jahn übergab den Ball von Anfang an dem spielerisch vermeintlich versierteren Kontrahenten. So reichte ein langer Ball auf den Flügelflitzer Dominik Kother, der nach einer Drehung den Angreifer Noah Ganaus in den Strafraum schickte, zur Halbzeitführung. Ganaus traf durch die Beine von Wiesbadens Torwart Florian Stritzel (27. Minute).

Doch nach der Pause präsentierte sich nun Wiesbaden stärker, drückte den Jahn immer mehr in die eigene Hälfte - und kam nach mehreren prächtigen Gelegenheiten zum verdienten Ausgleich. Im Kuddelmuddel im Fünfmeterraum landete der Ball direkt vor den Füßen des Torschützen Robin Heußer (66.). Und da die Jahn-Elf kurz darauf einen mittelprächtigen Wehener Angriff erneut nicht klären konnte, traf deren eingewechselte Stürmer John Iredale mit der Hacke (72.). Doch das war's noch nicht: Wie dieser Boxer, der noch diese eine Linke anbringen will, jagte Dominik Kother den Ball aus spitzem Winkel von links zum 2:2 ins rechte Toreck (80.).

Ein kräftiger Schuss, der seiner Mannschaft wieder Hoffnung gibt. Und da ist ja auch noch diese Statistik mit den so vielen Erfolgen der Drittligisten. Die Regensburg übrigens verinnerlicht hat wie Gary Lineker gute Sprüche: Schon 2012 und 2017 stiegen die Oberpfälzer nach einem Remis im Relegations-Hinspiel auf.

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