Reitsport:Abschied mit Tränen

Reitsport: Auseinandergerissen: Simone Blum wird künftig nicht mehr auf Cool Hill reiten, wie hier 2020 in München.

Auseinandergerissen: Simone Blum wird künftig nicht mehr auf Cool Hill reiten, wie hier 2020 in München.

(Foto: Claus Schunk)

Spring-Weltmeisterin Simone Blum hat sich von Cool Hill und Cecile getrennt, ihren Spitzenpferden hinter ihrer pausierenden Nummer eins Alice. Das bedeutet einen vorübergehenden Abschied vom Spitzensport

Von Sabine Neumann

Erst vor ein paar Wochen hatte Spring-Weltmeisterin Simone Blum mit dem elfjährigen Wallach DSP Cool Hill den Großen Preis von München gewonnen und Perspektiven für größere Aufgaben gesehen. Jetzt steht die Box ihres geliebten Schimmels leer. Auch Cecile, Blums "red lady", hat den Eichenhof in Zolling (Landkreis Freising) in Richtung Belgien verlassen. Blum trauert. "Auch wenn ich weiß, dass diese Tage zu unserem Business dazugehören, werde ich mich nie daran gewöhnen können", schrieb die 32-Jährige in den sozialen Medien und bekannte, der Abschied sei schwer und tränenreich gewesen.

Neuer Besitzer von Blums derzeitigen Spitzenpferden ist die Ashford Farm von Enda Carroll, ein international bekannter Handelsstall im belgischen Bocholt. Hans Günther Blum, Trainer und Ehemann der Weltmeisterin, bestätigte Online-Meldungen. Demnach soll die Besitzer-Ehefrau Stefanie Carroll künftig im Sattel von DSP Cool Hill und Cecile Platz nehmen. Der Verkauf habe sich spontan auf dem Fünf-Sterne-CSI im belgischen Knokke ergeben. "Auf dem Hinweg haben wir noch nicht gewusst, dass wir die Pferde verkaufen werden. Wir müssen von unserem Sport leben", erläuterte Hans Günther Blum. Der Spitzensport ist mit hohen Kosten und enormem Druck verbunden. Bleiben größere Erfolge aus, wird er schnell zum Verlustgeschäft.

Für die Weltmeisterin ist mit der Trennung von Cool Hill und Cecile eine bittere sportliche Zäsur verbunden. Ihre Nummer eins im Stall, Alice, hat seit September 2019 kein Turnier mehr gesehen. Der Mutter einer 17 Monate alten Tochter fehlen nun also die geeigneten Teampartner für den Spitzensport. Deshalb heißt es erst einmal Servus sagen. "Ich setze jetzt all meine Zeit und Kraft in junge Pferde und hoffe, dass ich in zwei Jahren wieder mitmischen kann", schrieb Simone Blum. Ihre größte Hoffnungsträgerin ist Cellvista, wie Alice ein Deutsches Sportpferd (DSP). Und wie ihre Weltmeisterin hat Blum auch diese Stute siebenjährig übernommen. "Wir freuen uns auf die Reise, die vor uns liegt", zeigt sich Hans Günther Blum optimistisch.

© SZ/lib
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