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Marketing-Reise:Wie der FC Bayern Amerika erobern will

Audi Summer Tour USA 2014 - Day 6

So sah es 2014 aus, als die Bayern unter anderem gegen eine Auswahl aus der MLS kickten.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der deutsche Rekordmeister geht auf USA-Tour - ohne zahlreiche Stammspieler. Um Fußball geht es ohnehin nur am Rand.

Carlo Ancelotti hat gar nicht erst einen Hauch von Klagen über die Agenda erkennen lassen. Gut finde er die strapaziöse PR-Reise des FC Bayern durch die USA mitten in der Vorbereitung, sagte der neue Trainer stattdessen. Verwundern konnte diese Gelassenheit über die elftägige Tour allerdings höchstens auf den ersten Blick. Denn Ancelotti, 57, wäre nicht nur schlecht beraten, wenn er sich gleich einmal kritisch seinem neuen Arbeitgeber gegenüber äußern würde.

Der erfahrene Coach weiß ja außerdem auch von seinen vorherigen Stationen Real Madrid, Paris Saint-Germain, FC Chelsea, AC Mailand und Juventus Turin sehr genau, dass es für die europäischen Topklubs längst nicht mehr allein ums nationale Wirtschaften geht, sondern um weltweite Auftritte im Ringen um Marktanteile und Marketingerlöse. Am Samstag ein 3:0-Sieg im Testkick beim Landesligisten SpVgg Landshut, an diesem Montag Abflug nach Chicago - für Ancelotti schlicht die übliche Terminhatz, der ein Trainer bei einer internationalen Branchengröße ausgesetzt ist.

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Ausflug in die Heimat: Bayerns amerikanischer Nationalspieler Julian Green (links, hier mit Franck Ribéry im Testspiel bei der SpVgg Landshut).

(Foto: imago/MIS)

Sichtbar wird im Fall des FC Bayern allerdings auch, wie knifflig es für den Verein ist, die eigenen Wurzeln und das nationale Kerngeschäft mit den Anforderungen der Internationalisierung zu vereinen. Dass die Münchner, wie schon den Test in Landshut, die USA-Tour ohne zahlreiche Stammspieler und dafür mit mehreren Nachwuchskräften bestreiten werden, erzählt ebenso vom ohnehin schwierigen Spagat der zweigleisigen Strategie.

Für Big Apple und Lederhose will der Verein ja gleichzeitig stehen. "Wir tragen das 'Mia san Mia' in die Welt hinaus", nennt das der für die Internationalisierung zuständige Vorstand Jörg Wacker. Mia are Mia, wenn man so will, jedenfalls auf den Reisestationen Chicago, Charlotte und New York mit den Spielen gegen AC Mailand, Inter Mailand und Real Madrid. Die Partien sind Teil des sogenannten International Champions Cup mit Spielen in Nordamerika, Europa, Asien und Australien.

Terminplan des FC Bayern

Montag, 25. Juli: Flug nach Chicago (13.45 Uhr)

Mittwoch, 27. Juli: FC Bayern - AC Mailand (in Chicago, 20.30 Uhr Ortszeit/3.30 Uhr MESZ)

Samstag, 30. Juli: FC Bayern - Inter Mailand (in Charlotte, 17 Uhr Ortszeit/23 Uhr MESZ)

Mittwoch, 3. August: FC Bayern - Real Madrid (New Jersey, 19.30 Uhr Ortszeit/1.30 Uhr MESZ)

Donnerstag, 4. August: Rückflug (geplante Ankunft in München 14.30 Uhr)

Freitag: 5. August: Trainingsstart der noch urlaubenden EM-Teilnehmer

Sonntag, 14. August (20.30 Uhr): Supercup Borussia Dortmund - FC Bayern

Freitag, 19. August (20.45 Uhr): DFB-Pokalspiel Carl Zeiss Jena - FC Bayern

Freitag, 26. August (20.30 Uhr): Bundesligastart FC Bayern - Werder Bremen

Als zweiter deutscher Verein ist Borussia Dortmund durch die Spiele gegen Manchester United (4:1) und Manchester City (28.7.) in China involviert. Zudem sind in diesem Sommer noch der FC Schalke und FSV Mainz in China und den USA. Das sei ein wichtiger und überfälliger Beitrag der nationalen Konkurrenz, die internationale Bundesligavermarktung zu stärken - so wird das beim Zugpferd FC Bayern und auch beim BVB gesehen.