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Rechtsextremismus im Sport:Strittiger Auftritt der Bundesfamilienministerin

Strittig war der Auftritt von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Im vorigen Jahr hatte sie mit dem Vorschlag für eine Extremismusklausel für Empörung gesorgt, danach sollten geförderte Projekte gegen Rechtsextremismus ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung abgeben - als stünden diese Projekte zwangsläufig dem linksextremen Spektrum nahe.

Am Dienstag wiederholte sie die Vermutung, Rechtsextremismus betreffe in erster Linie Jugendliche. "Insbesondere Menschen, die 60 Jahre und älter sind, weisen hohe Abwertungseinstellungen auf", sagt der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer, der seit 2002 die "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" untersucht.

Laut Heitmeyer werde die Diskussion auf Rassismus verengt. Zu rechtsextremen Einstellungen gehören Homophobie, Sexismus, Islamfeindlichkeit oder die Abwertung von Obdachlosen. Was organisierten Rechtsextremismus betrifft, also die NPD, Kameradschaften oder autonome Nationalisten, so ist der Zugang über den Fußball Teil einer Erlebniswelt, zu der Musik, Codierungen oder Kleidermarken gehören, auch darüber scheinen sich Sportfunktionäre selten klar zu sein. Dem Sport fehlt noch immer eine tief gehende Studie, die Verhältnisse bundesweit analysiert und damit eine Grundlage für Kampagnen schafft.

Ignoranz und Gegenwehr

"Solche Veranstaltungen sind gut für warme Worte. Viel wichtiger aber ist, was sich aus diesen Worten entwickelt", sagt Monika Lazar, seit 2005 Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion gegen Rechtsextremismus. Lazar kickt für den Roten Stern Leipzig, einen Verein, der sich gegen Rassismus einsetzt.

Sie versucht in Sachsen, Partnerschaften zwischen Vereinen, Verbänden und Politik zu fördern, durch Briefe, Besuche, Veranstaltungen, oft stößt Lazar auf Ignoranz und Gegenwehr. Wenn aber die Verzahnung auf lokaler Ebene nicht klappt, wie wirksam kann dann eine prominente Diskussionsrunde sein?