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Real Madrids Verteidiger Pepe:Hilferuf eines Haudegens

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Hazards Attacke gegen Balljungen

Harter Tritt in die Rippen

Chelsea-Profi Eden Hazard erwischt bei einem Ligapokalspiel einen frechen Balljungen mit dem Fuß - und erinnert damit an üble Fouls aus der Vergangenheit. Hamburgs Guerrero senste einen Torhüter um, Toni Schumacher setzte einst zu einem richtig bösen Kick an. Unübertroffen aber: Roy Keane. Die schlimmsten Fouls im Überblick.

"Den Pepe machen" steht auf spanischen Bolzplätzen für besonders ungestümes Foulen. Der Verteidiger von Real Madrid gehört zu den härtesten Spielern seiner Zunft. Nun bekommt der Fall eine neue Dimension: Denn Pepe beklagt die angebliche Diskriminierung portugiesischer Fußballer in Spanien.

Zu manchen Fußballern will die Opferrolle einfach nicht passen, so sehr sie sich auch darum bemühen. Képler Laveran Lima Ferreira, besser bekannt unter dem Künstlernamen Pepe, ist so einer. Der 29-jährige portugiesische Innenverteidiger von Real Madrid hat einen solch kläglichen Ruf, dass er unter Hobbykickern auf spanischen Bolzplätzen schon als geflügeltes Wort dient: "den Pepe machen" - das steht für aggressives, ungestümes Foulen. Für Blutgrätschen und Nachtreten und Tätlichkeiten.

Durch Spaniens Stadien hallt nach jedem harten Einsteigen Pepes der Chor: "Asesino, asesino". Mörder, Mörder. Gemeint ist das natürlich nicht wörtlich. Doch Pepe gilt nun mal als Synonym für Raubein oder Haudegen, mag er an guten Tagen auch einer der besten Verteidiger der Welt sein: schnell, stark in der Luft, mit viel Sinn für die Antizipation.

Nun scheint ihm die Zeit reif zu sein, um die unfreundliche Sicht auf sich und sein Spiel zu korrigieren. In einem Interview mit der portugiesischen Sportzeitung Record beklagt sich der gebürtige Brasilianer, der mit 18 nach Portugal kam und mit 24 eingebürgert wurde, über die angebliche Diskriminierung portugiesischer Fußballer in Spanien: "Wir Portugiesen fühlen uns verfolgt. Wir sind Ausländer, das spürt man auch daran, wie uns die Medien behandeln", sagt Pepe.

Und er glaubt auch zu wissen, warum das so ist: "Spanien hatte eben nie einen Spieler, der den ,Balon d' Or' (Preis der Zeitung France Football für den weltbesten Fußballer eines Kalenderjahres/Anm. d. Red.) verdienen würde, während wir Portugiesen gleich zwei weltbeste Fußballer hervorgebracht haben: Luis Figo und Cristiano Ronaldo." Neid also, so glaubt Pepe, nährt die Aversion.

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