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Real Madrid:Zidane schickt Bale weg

FC Barcelona v Real Madrid - Copa del Rey Semi Final

Wird nicht mehr so oft im Real-Trikot zu sehen sein: Gareth Bale.

(Foto: Alex Caparros/Getty Images)

Gegen den FCB steht Real Madrids Angreifer Gareth Bale nicht mehr im Kader des Teams. Trainer Zinédine Zidane drängt nach der Partie auf einen raschen Verkauf des Walisers. Doch damit konterkariert er offensichtlich Reals Vereinspolitik.

Gareth Bale, 30, steht bei Real Madrid zum Verkauf. Nach dem Testspiel vom Samstag gegen den FC Bayern im US-amerikanischen Houston (Ortszeit) erklärte Reals Trainer Zinédine Zidane in schonungsloser Offenheit, dass der Waliser so bald wie möglich abgegeben werden solle. Er habe den Waliser für die Partie gegen die Bayern (1:3) nicht berufen, weil Bales Wechsel vorbereitet werde, sagte Zidane. "Wenn das morgen vollzogen wird, dann umso besser. Ich hoffe für alle, auch für ihn, dass es unmittelbar bevorsteht."

Mit seinen Äußerungen konterkariert Zidane offenkundig Reals Vereinspolitik. Bei einer Unterredung mit der Vereinsspitze während Real Madrids Nordamerika-Tour soll Zidane vor wenigen Tagen darauf hingewiesen worden sein, dass er sich unter Umständen darauf einstellen müsse, Bale zu behalten. Der Vertrag des Stürmers läuft bis 2022. Trotz des kolportierten Interesses der englischen Premier-League-Klubs Manchester United und Tottenham Hotspur gebe es keine adäquaten Angebote für Bale. Der FC Bayern, der für Bale selbst nie zur Debatte stand, hatte seinerseits in Person von Trainer Kovac erklärt, dass Bale in den Überlegungen für die kommende Saison keine Rolle spiele. Zidane wiederum will seinen französischen Landsmann Paul Pogba (Manchester United) verpflichten. Seine Äußerungen dürften darauf zurückzuführen sein, dass er auch intern den Druck erhöhen möchte, um seinen Wunschspieler zu bekommen.

Bale war 2013 von Tottenham nach Madrid gezogen, die Ablöse betrug damals rund 100 Millionen Euro. Bale verdient in Madrid angeblich 20 Millionen Euro netto pro Jahr, was viele Interessenten abschrecken dürfte. Bale galt bei Real lange als unantastbar, unter anderem, weil Präsident Florentino Pérez den Waliser (im Gegensatz zu dem nun bei Juventus Turin angestellten Cristiano Ronaldo) persönlich geholt hatte. Obwohl Bale an vier Champions-League-Siegen beteiligt war, konnte er Ronaldos Status nie erreichen. In den letzten drei Spielen der vergangenen Saison kam Bale nicht mehr zum Einsatz, obwohl er - fast schon ausnahmsweise - gesund war. "Es ist nichts Persönliches", versicherte Zidane nun. Es sei nur ein Punkt erreicht, an dem man "tut, was man tun muss. Ich muss Entscheidungen treffen."

Zidane hat Bale wohl auch persönlich mitgeteilt, dass er keine Chance habe. Die Entscheidung zu wechseln, sei "vom Trainer und vom Spieler" getroffen worden, "er kennt die Situation", sagte Zidane. "Wir werden sehen, wie sich alles löst." Und an die Journalisten gerichtet, sagte er: "Ihr kennt die Lage, und sie wird sich ändern. Ich weiß nicht, ob das in 24 oder 48 Stunden passiert, aber die Situation wird sich ändern, und das ist gut für alle." Bales Manager Jonathan Barnett meldete sich am Sonntag zu Wort. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er: "Zidane ist eine Schande." Englische Medien berichten, Bale könne zu Roger Schmidt nach China zu Beijing Guoan wechseln. Dort würde er ein Rekordgehalt beziehen.