Fußball in Spanien Zidane soll noch heute erneut Trainer von Real Madrid werden

Plötzlich wieder da: Zinédine Zidane trainiert Real Madrid.

(Foto: AFP)
  • Große Überraschung bei Real Madrid: Nach Medienberichten wird Zinedine Zidane als Coach zurückkehren.
  • Der Franzose hatte die Königlichen erst vergangenes Jahr verlassen, weil er glaubte, die Mannschaft habe ihren Zenit überschritten.

Zinedine Zidane steht unmittelbar vor der Rückkehr auf den Trainerstuhl des Fußball-Giganten Real Madrid. Spanischen Medien zufolge soll der Rekordmeister am Montagabend die Entlassung von Santiago Solari verkünden - und zugleich die Heimkehr Zidanes, der einst im Mittelfeld der Königlichen zauberte und sie als Trainer zu drei Champions-League-Titeln in Serie führte (2016, 2017, 2018).

Nach dem dritten Titel war der Franzose zurückgetreten. Es folgte ein erfolgloses Intermezzo mit Julen Lopetegui, den Real unmittelbar vor Beginn der WM 2018 in Russland der spanischen Nationalmannschaft abgeworben hatte. Am 30. Oktober übernahm Solari, der das Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Ajax Amsterdam (2:1/1:4) und einen 12-Punkte-Rückstand in der Liga-Tabelle auf den FC Barcelona verantwortet.

Zuletzt war über eine Rückkehr Jose Mourinhos spekuliert worden. Der Portugiese wurde zuletzt bei Manchester United entlassen. Zidane hatte 2018 zum Abschied erklärt, die Mannschaft benötige einen neuen Impuls. Auf dem Feld wurde dieser aber nicht gesetzt: Präsident Florentino Perez ließ Cristiano Ronaldo ohne große Gegenwehr zu Juventus Turin ziehen, ohne ihn zu ersetzen. Im Sommer werden erhebliche Investitionen erwartet. Zidane hat seit seinem Weggang keine Mannschaft trainiert.

Reals Kapitän Sergio Ramos hat derweil die Schuld an der "zutiefst enttäuschenden" Saison auf sich genommen. "Die jüngsten Ereignisse waren verheerend, und ich verstecke mich nicht. Wir Spieler sind in erster Linie verantwortlich und ich als Kapitän mehr als jeder andere", schrieb Spaniens Weltmeister von 2010 bei Twitter.

Nach dem Ajax-Spiel war es offenbar zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Perez und Ramos gekommen. "Themen der Kabine werden nur in der Kabine diskutiert und gelöst", kommentierte Ramos den Vorfall knapp. "War die Gelbe Karte in Amsterdam ein Fehler? Absolut war es ein Fehler und ich nehme die Schuld zu 200 Prozent auf mich", schrieb Ramos, der dem Abend gesperrt von der Tribüne aus verfolgte.

Beim 2:1-Sieg im Hinspiel hatte sich der Innenverteidiger absichtlich eine Gelbe Karte abgeholt, um in einem möglichen Viertelfinale dabei zu sein. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) sperrte den 32-Jährigen daraufhin für zwei Europacupspiele. In der Liga verspielte Real durch die Niederlage gegen den Erzrivalen FC Barcelona die letzten Chancen auf die Meisterschaft und liegt zwölf Punkte hinter dem Tabellenführer aus Katalonien.

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Sergio Ramos soll sich nach dem 1:4 gegen Ajax mit Florentino Pérez ein heftiges Wortgefecht geliefert haben. Daneben treibt die Trainerfrage Madrid um - in den Medien kursieren Namen von Mourinho bis Zidane.   Von Javier Cáceres