Real im Fokus der EU-Kommision:Fraglich, ob die Kommission Strafen verhängt

Sie wurden auf insgesamt 22,8 Millionen Euro taxiert. Ein Bombengeschäft: Wie der Independent errechnete, entsprach der Deal einer Wertsteigerung des Grundstücks in Las Tablas um 5400 Prozent.

Einen noch viel besseren Deal machte Real Madrid aber aus der Abänderung des Stadtentwicklungsplans aus dem Jahr 2011. Denn: Seinerzeit erhielt Real Madrid die Genehmigung, sein berühmtes Bernabéu-Stadion zu überdachen und an einer Fassade des alten Gemäuers ein Einkaufszentrum und ein Luxushotel zu errichten. Und das ist nicht irgendeine Fassade: Sie liegt an einer der erlesensten und damit teuersten Straßen Madrids, am Paseo de la Castellana.

Ein Riesendeal ist das deshalb, weil Real Madrid im Gegenzug der Stadt "nur" Grundstücke im Wert von 4,4 Millionen Euro sowie eine Gebühr von 6,6 Millionen Euro überlassen muss - insgesamt elf Millionen Euro für ein Geschäft, das sehr viel größer sein dürfte. Die Stadt Madrid rechtfertigte dies mit den Mehreinnahmen, die der Gemeinde aus Steuern, Tourismus und zusätzlichen Arbeitsplätzen winken würden.

Real Madrid teilte am Mittwoch mit, dass man die Aufregung nicht nachvollziehen könne. Alle Grundstücksbewertungen seien unter Berücksichtigung der Marktentwicklung von unabhängiger Seite erfolgt, von staatlichen Beihilfen könne keine Rede sein. Die Frage wird nun sein, ob die Kommission in Sachen Real Madrid eine förmliche Untersuchung einleitet. Entschieden sei noch nichts, betonte Almunias Sprecher Colombani.

Selbst wenn es dazu kommen sollte, wäre noch lange nicht gesagt, dass die Kommission Strafen verhängt. Denkbar wäre, dass Real Madrid zur Rückzahlung von Millionensummen gezwungen wird. Klar ist aber, dass sich die Kommission den Profifußball immer genauer anschaut. Erst vor wenigen Wochen leitete Almunia förmliche Untersuchungen gegen fünf niederländische Profiklubs ein, zudem gibt es Vorermittlungen gegen andere spanische Klubs.

Die Kommission will klären, ob die Stundung von Steuern und Sozialabgaben, die sich zeitweise auf 800 Millionen Euro summierten, als verdeckte Staatshilfen gewertet werden müssen.

© SZ vom 04.04.2013/jom
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