Reaktionen auf Uefa-Nationenliga:"Wir dürfen die Schraube nicht überdrehen"

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Oliver Bierhoff, Joachim Löw, Fußball-WM 2014 Brasilien

Stehen der geplanten Nationenliga skeptisch gegenüber: Bundestrainer Joachim Löw (li.) und Manager Oliver Bierhoff (Archivbild)

(Foto: dpa)

Der Bundestrainer sorgt sich um die Stärke der Gegner, der Manager um den Terminkalender: Die Nationenliga der Uefa stößt bei Vertretern der deutschen Nationalmannschaft und aus der Bundesliga vorwiegend auf Skepsis. Positiv äußern sich die kleineren Verbände - und der FC Bayern.

Joachim Löw (Trainer deutsche Nationalmannschaft): "Wir wollen am liebsten immer gegen die großen Nationen im Weltfußball spielen. Nur dann können wir uns weiterentwickeln. Wenn dies innerhalb der Nations League für uns gewährleistet wird, können wir aus rein sportlicher Sicht damit leben. Aber die Termine und Gelegenheiten hierfür zu finden, wird sicher nicht einfacher."

Oliver Bierhoff (Manager Nationalmannschaft): "Ich bin ein Freund davon, Neuerungen offen entgegenzutreten. Aber wir alle stehen in der Verantwortung, die Schraube nicht zu überdrehen."

Wolfgang Niersbach (Präsident Deutscher Fußball-Bund): "Es war ein langer Prozess, und ich verhehle nicht, dass der DFB und auch ich persönlich ganz offen Bedenken geäußert haben. Die Skepsis ist sicherlich auch noch nicht total verschwunden. Aber wir müssen akzeptieren und respektieren, dass die Mehrheit der Verbände ganz einfach etwas ändern möchte."

Reinhard Rauball (Präsident Deutsche Fußball Liga): "Wir sind sehr überrascht, dass dieses Thema in Astana ohne Vorankündigung auf die Tagesordnung gekommen ist und ein so weitreichender Beschluss getroffen wurde. Ich sehe vor allem in der Terminplanung einige Punkte, die es zu berücksichtigen gilt. Insbesondere in der Endphase der nationalen und internationalen Klub-Wettbewerbe sind Vereinen und Spielern zusätzliche Belastungen nicht zumutbar."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorsitzender FC Bayern München und der europäischen Club-Vereinigung ECA): "Wir sind nicht gegen den Nations Cup. Wir haben Verständnis, dass speziell die kleinen und mittleren Nationalverbände die Freundschafts-Länderspiele nicht mehr vermarkten können. Jetzt ist es wichtig, ein Format zu entwickeln, das den Geschmack der Fernsehsender, Fans und Sponsoren findet."

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Ich habe jetzt zu Hause nicht direkt ein Freudenfest angezettelt. Die Spieler oder Trainer sind sicher nicht in einer Sekunde gefragt worden. Die Sommerpause ist für so ein Turnier der schlechteste Zeitpunkt."

Carl Jarchow (Präsident Hamburger SV): "Wir sehen die Sache sehr kritisch. Der Rahmenterminplan ist bereits voll. Wir glauben, dass es genug Wettbewerbe gibt."

Leo Windtner (Präsident Österreichischer Fußball-Verband): "Der neue Wettbewerb ist eine Aufwertung gegenüber den bisherigen Freundschaftsspielen. Und es ist eine neue Chance, sich für ein Großereignis zu qualifizieren."

Greg Dyke (Vorsitzender der englischen Football Association): "Grundsätzlich halten wir das für eine interessante Idee. Die größte Herausforderung ist es, ein detailliertes Format zu entwerfen. Aber eine Nationenliga, in der wir gegen die die Top-Nationen spielen, könnte sehr attraktiv sein."

John Helt (Vorsitzender Dänischer Fußball-Verband): "Die Nationenliga schafft den Rahmen für interessante Spiele, in denen es einerseits um etwas geht. Zur gleichen Zeit können sich die Spieler einspielen und wir unser Team gut anpassen."

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