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Kooperation RB und Paderborn:Leipzigs nächster Gag

RB Leipzig - Ralf Rangnick

Ralf Rangnick wird bei RB Leipzig vom Paderborner Markus Krösche als Sportdirektor abgelöst. Vermutlich nicht der letzte Transfer zwischen den beiden Klubs.

(Foto: dpa)

Der ohnehin umstrittene Konzern-Klub verblüfft mit einem neuen Schachzug: einer weitreichenden Partnerschaft mit Aufsteiger Paderborn. Es ist der nächste Graubereich, in den RB vorstößt.

Manchmal sagt ein Versprecher die Wahrheit. Als Ralf Rangnick vor ein paar Tagen über seinen neuen Job sprach, das Fußballnetzwerk eines Konzerns zu leiten, da rutschte es ihm so raus: "Der neue Arbeitgeber ist dann Red Bull - und nicht mehr Red Bull Leipzig." Huch! Heißt der Bundesligist nicht Rasenballsport? Andererseits: Warum so tun, als hätte den Leipzigern diesen ins Vereinsregister eingetragenen Gag jemals jemand geglaubt? Warum so tun, als würden sie sich groß sorgen um die alten Gesetzmäßigkeiten des Fußballs?

Gerade herrscht mal wieder große Aufregung über einen Vorstoß unter Beteiligung des Klubs aus Leipzig, der bei Rangnicks Abschied auch die Verpflichtung dessen Nachfolgers Markus Krösche bekannt gab - sowie eine Kooperation mit dessen Ex-Klub SC Paderborn. Dabei solle es um "einen gegenseitigen Austausch" gehen, "insbesondere im Bereich der Ausbildung von Spielern und der Fortbildung von Trainern", erklärte der SCP in einer Mitteilung noch etwas schwammig; auch die Möglichkeit von Spielerleihen sei zu besprechen.

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Nachdem der Aufsteiger eine Zusammenarbeit mit Leipzig verkündete, äußern Teile der Fanszene scharfe Kritik. Sie drohen mit einem Boykott der Spiele.

Der Aufsteiger reagierte mit diesem Statement auf Boykottdrohungen seiner eigenen Fanszene, die ihren Verein zu einem "Teil in diesem kranken Spielerkarussell der RB-Klubs" geraten sieht, zu einem "Marketinginstrument für ein Brauseprodukt". Red Bull führt Filialen in Brasilien und den USA, der FC Red Bull Salzburg ist zwar auf Druck der Uefa offiziell nicht mehr Teil des Netzwerks, aber weiterhin regelmäßig Ausbilder von Zugängen für Leipzig. Eine Kooperation zwischen zwei Konkurrenten aus der Bundesliga hat es allerdings so noch nie gegeben. Alexander Wehrle, Geschäftsführer von Mitaufsteiger Köln, verwies gar auf die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung. Paderborn beteuert "Konkurrenz im Ligaspielbetrieb".

Nun ist die Zusammenarbeit sportlich natürlich sinnvoll, sie hilft beiden Seiten und ergibt eine Lösung wie in der Fußballmanagersimulation: Da mögliche Spielpraxis für Talente, dort die Chance auf günstige Spitzenspieler. Es ist nicht mal unüblich, dass Verbindungen zwischen manchen Klubs besser sind als andere. Es in der Form zu kommunizieren wie nun geschehen, ist aus Paderborner Sicht allerdings ungeschickt, die Verärgerung der Fans war wegen des Leipziger Leumunds in der Szene vorhersehbar und ist durchaus nachzuvollziehen. Es wird wohl auch bei der Deutschen Fußball Liga niemanden gefreut haben, wie der Deal kommuniziert wurde. Natürlich muss der Verband nun ein Auge auf die Kooperation haben.

Aus Sicht von RB allerdings passt die Vereinbarung ins Bild. Und man sollte davon ausgehen, dass die Leipziger sich juristisch abgesichert haben, bevor sie in den nächsten Graubereich vorstießen.

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